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Online-Marktplätze oder eigener Shop – Was ist besser?

Online-Marktplätze nutzen oder doch lieber einen eigenen Onlineshop aufbauen? Diese Frage stellen sich nicht wenige Onlinehändler. Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Worauf, verraten wir Ihnen in diesem Ratgeber.
Online-Marktplätze oder eigener Shop – Was ist besser? Online-Marktplätze sind weniger aufwendig, aber ein eigener Onlineshop bietet mehr Gestaltungsspielraum. (© 2016 Rawpixel.com/Shutterstock)

Ohne Moos nichts los

Wie die meisten Dinge im Leben haben Online-Marktplätze und Onlineshop ihre Vor- und Nachteile. Ob für Sie eher Plattformen wie Amazon und Ebay oder ein eigenes Geschäft in Frage kommen, hängt von vielen Faktoren ab.

Fangen wir mit dem lieben Geld an. Es liegt auf der Hand, dass Sie für einen eigenen Onlineshop erst einmal kräftig investieren müssen. Abhängig davon, wie umfangreich Ihr Handel ist – oder noch werden soll – kommen schnell fünfstellige Beträge zusammen. Auch der laufende Betrieb und die notwendige Weiterentwicklung kosten Geld.

Für Online-Marktplätze brauchen Sie zunächst kein Startkapital. Allerdings fallen auch hier Kosten an, nämlich in Form von Gebühren. Denn von irgendetwas wollen die Anbieter leben. Den Service lassen sie sich entsprechend bezahlen:

  • Beim Amazon Marketplace liegen die Gebühren zwischen sieben und 20  Prozent. Hinzu kommt eine monatliche Gebühr von 39 Euro.
  • Bei Ebay beträgt die Provision 8,5  Prozent des Verkaufspreises. Je nach Shop-Variante zahlen Sie pro Monat außerdem zwischen 29,95 Euro und 254,95 Euro.

Ob Online-Marktplätze oder Onlineshop hängt also auch davon ab, ob und wie viele Mittel Sie zu Beginn investieren können und wollen. Auch müssen Sie überlegen, wie lange Sie eine anfängliche Durststrecke mit einem eigenen Onlineshop durchhalten könnten.

Amazon und Ebay kennt jeder

Ein frisch eingerichteter Onlineshop ist sicher der Stolz jedes Onlinehändlers, hat aber ein großes Handicap: Zunächst einmal kennt niemand den neuen Laden. Und ohne Marketing bleibt das auch so. Nur mit entsprechender Expertise und Investitionen kann der neue Onlineshop zur Umsatzsteigerung beitragen.

Ganz anders verhält es sich mit den Online-Marktplätzen von Ebay und Amazon. Diese beiden Plattformen dominieren den deutschen E-Commerce. Es gibt zahlreiche kleinere, spezialisierte Marktplätze, die je nach angebotener Produktkategorie für Sie als Onlinehändler interessant sein können, doch Millionen potenzieller Kunden erreichen Sie nur über die beiden genannten Big Player.

In puncto Reichweite kann der Onlineshop mit den Online-Marktplätzen nicht konkurrieren. Haben Sie allerdings ein sehr spezielles, gar einmaliges, vielleicht hochpreisiges Produkt, ist Reichweite nicht unbedingt der entscheidende Aspekt.

Auf Gedeih und Verderb

Online-Marktplätze bieten Ihnen einen umfangreichen Service und nehmen Ihnen so einiges ab. Die Kehrseite der Medaille: Mit der Nutzung von Online-Marktplätzen begeben Sie sich in ein Abhängigkeitsverhältnis. Die Plattform diktiert die Regeln. Weder können Sie mit Amazon oder Ebay individuelle Konditionen aushandeln, noch haben Sie Einfluss darauf, wann und vor allem wie die Marktplätze die Bedingungen ändern. Wehe, Sie halten sich nicht an die immer höher werdenden Anforderungen. Dann sind Sie oft schneller raus, als Ihnen lieb ist.

Mit einem eigenen Onlineshop sieht das ganz anders aus. Sie sind Ihr eigener Herr. Diese Freiheit, so gut sie klingt, hat aber eben auch ihren Preis. Nämlich die bereits angesprochenen hohen Investitionskosten und die mangelnde Reichweite.

Gebühren schmälern den Gewinn

Zusammen mit der starken Abhängigkeit vom Betreiber sind die hohen Gebühren und Provisionen die Hauptargumente gegen Online-Marktplätze. Letztere sorgen dafür, dass die Gewinnmarge je Produkt im eigenen Onlineshop höher ist als auf der Plattform.

Die Gebühren und Provisionen haben allerdings eine positive Eigenschaft. Sie sind zumindest mittelfristig gut kalkulierbar. Beim eigenen Webauftritt kommen oft unvorhergesehene Kosten auf Sie zu, etwa bei technischen Problemen.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Aus Kundensicht ist möglichst große Konkurrenz äußerst willkommen. Aus Verkäufersicht hat hoher Wettbewerb aber auch Nachteile. Mit einem eigenen Onlineshop sind Sie selbstverständlich nicht die Konkurrenz los. Es sei denn, Sie vertreiben ein einmaliges, exklusives Produkt. Bei gängigen Produkten aber stehen Sie mit anderen Anbietern – hoffentlich – auf Seite eins der Suchmaschinenergebnisse.

Noch größer allerdings ist der Wettbewerb auf Online-Marktplätzen. Die Plattformen haben zwei gravierende Nachteile: Erstens sehen potenzielle Kunden Ihren Preis und den der Konkurrenz direkt nebeneinander. Hier droht, Stichwort Preisdumping, ein Unterbietungswettbewerb. Zweitens werden Sie als eigenständiger Händler kaum wahrgenommen.

Was ist nun tatsächlich besser?

Fehlen Ihnen Startkapital und Marketingkenntnisse, setzen Sie zunächst auf die Online-Marktplätze. Ansonsten nutzen Sie beide Kanäle. Je exklusiver Ihre Produkte sind, umso eher können Sie auf Amazon, Ebay und Co. verzichten.

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Online-Marktplätze oder eigener Shop – Was ist besser? Online-Marktplätze sind weniger aufwendig, aber ein eigener Onlineshop bietet mehr Gestaltungsspielraum. (© 2016 Rawpixel.com/Shutterstock)

Ohne Moos nichts los

Wie die meisten Dinge im Leben haben Online-Marktplätze und Onlineshop ihre Vor- und Nachteile. Ob für Sie eher Plattformen wie Amazon und Ebay oder ein eigenes Geschäft in Frage kommen, hängt von vielen Faktoren ab.

Fangen wir mit dem lieben Geld an. Es liegt auf der Hand, dass Sie für einen eigenen Onlineshop erst einmal kräftig investieren müssen. Abhängig davon, wie umfangreich Ihr Handel ist – oder noch werden soll – kommen schnell fünfstellige Beträge zusammen. Auch der laufende Betrieb und die notwendige Weiterentwicklung kosten Geld.

Für Online-Marktplätze brauchen Sie zunächst kein Startkapital. Allerdings fallen auch hier Kosten an, nämlich in Form von Gebühren. Denn von irgendetwas wollen die Anbieter leben. Den Service lassen sie sich entsprechend bezahlen:

  • Beim Amazon Marketplace liegen die Gebühren zwischen sieben und 20  Prozent. Hinzu kommt eine monatliche Gebühr von 39 Euro.
  • Bei Ebay beträgt die Provision 8,5  Prozent des Verkaufspreises. Je nach Shop-Variante zahlen Sie pro Monat außerdem zwischen 29,95 Euro und 254,95 Euro.

Ob Online-Marktplätze oder Onlineshop hängt also auch davon ab, ob und wie viele Mittel Sie zu Beginn investieren können und wollen. Auch müssen Sie überlegen, wie lange Sie eine anfängliche Durststrecke mit einem eigenen Onlineshop durchhalten könnten.

Amazon und Ebay kennt jeder

Ein frisch eingerichteter Onlineshop ist sicher der Stolz jedes Onlinehändlers, hat aber ein großes Handicap: Zunächst einmal kennt niemand den neuen Laden. Und ohne Marketing bleibt das auch so. Nur mit entsprechender Expertise und Investitionen kann der neue Onlineshop zur Umsatzsteigerung beitragen.

Ganz anders verhält es sich mit den Online-Marktplätzen von Ebay und Amazon. Diese beiden Plattformen dominieren den deutschen E-Commerce. Es gibt zahlreiche kleinere, spezialisierte Marktplätze, die je nach angebotener Produktkategorie für Sie als Onlinehändler interessant sein können, doch Millionen potenzieller Kunden erreichen Sie nur über die beiden genannten Big Player.

In puncto Reichweite kann der Onlineshop mit den Online-Marktplätzen nicht konkurrieren. Haben Sie allerdings ein sehr spezielles, gar einmaliges, vielleicht hochpreisiges Produkt, ist Reichweite nicht unbedingt der entscheidende Aspekt.

Auf Gedeih und Verderb

Online-Marktplätze bieten Ihnen einen umfangreichen Service und nehmen Ihnen so einiges ab. Die Kehrseite der Medaille: Mit der Nutzung von Online-Marktplätzen begeben Sie sich in ein Abhängigkeitsverhältnis. Die Plattform diktiert die Regeln. Weder können Sie mit Amazon oder Ebay individuelle Konditionen aushandeln, noch haben Sie Einfluss darauf, wann und vor allem wie die Marktplätze die Bedingungen ändern. Wehe, Sie halten sich nicht an die immer höher werdenden Anforderungen. Dann sind Sie oft schneller raus, als Ihnen lieb ist.

Mit einem eigenen Onlineshop sieht das ganz anders aus. Sie sind Ihr eigener Herr. Diese Freiheit, so gut sie klingt, hat aber eben auch ihren Preis. Nämlich die bereits angesprochenen hohen Investitionskosten und die mangelnde Reichweite.

Gebühren schmälern den Gewinn

Zusammen mit der starken Abhängigkeit vom Betreiber sind die hohen Gebühren und Provisionen die Hauptargumente gegen Online-Marktplätze. Letztere sorgen dafür, dass die Gewinnmarge je Produkt im eigenen Onlineshop höher ist als auf der Plattform.

Die Gebühren und Provisionen haben allerdings eine positive Eigenschaft. Sie sind zumindest mittelfristig gut kalkulierbar. Beim eigenen Webauftritt kommen oft unvorhergesehene Kosten auf Sie zu, etwa bei technischen Problemen.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Aus Kundensicht ist möglichst große Konkurrenz äußerst willkommen. Aus Verkäufersicht hat hoher Wettbewerb aber auch Nachteile. Mit einem eigenen Onlineshop sind Sie selbstverständlich nicht die Konkurrenz los. Es sei denn, Sie vertreiben ein einmaliges, exklusives Produkt. Bei gängigen Produkten aber stehen Sie mit anderen Anbietern – hoffentlich – auf Seite eins der Suchmaschinenergebnisse.

Noch größer allerdings ist der Wettbewerb auf Online-Marktplätzen. Die Plattformen haben zwei gravierende Nachteile: Erstens sehen potenzielle Kunden Ihren Preis und den der Konkurrenz direkt nebeneinander. Hier droht, Stichwort Preisdumping, ein Unterbietungswettbewerb. Zweitens werden Sie als eigenständiger Händler kaum wahrgenommen.

Was ist nun tatsächlich besser?

Fehlen Ihnen Startkapital und Marketingkenntnisse, setzen Sie zunächst auf die Online-Marktplätze. Ansonsten nutzen Sie beide Kanäle. Je exklusiver Ihre Produkte sind, umso eher können Sie auf Amazon, Ebay und Co. verzichten.

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