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Diebstahl am Arbeitsplatz: Wer haftet für das Diebesgut?

Der Goldring aus dem verschlossenen Spind von Kollegin Gisela ist weg – gestohlen! Und was jetzt? Müssen Chefs für den Diebstahl am Arbeitsplatz haften? Schließlich handelt es sich um einen privaten Vermögensgegenstand. Lesen Sie hier, wo die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers anfängt und wieder aufhört.
Diebstahl am Arbeitsplatz: Wer haftet für das Diebesgut? Langfinger im Haus: Der Chef haftet nicht in jedem Fall bei Diebstahl am Arbeitsplatz. (© 2016 135pixels/Shutterstock)

Diebstahl am Arbeitsplatz – nicht immer haftet der Chef

Achtung, Langfinger im Büro! Diebstahl am Arbeitsplatz sorgt für miese Stimmung unter der Belegschaft, denn vielleicht war es ja einer der Kollegen. Eine Anzeige bei der Polizei ist der erste Schritt, bringt das gestohlene Gut jedoch leider nicht zurück. Wer haftet eigentlich dafür? Fest steht: Nicht in jedem Fall Sie als Chef. Sie stehen laut Gesetz zwar in der Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Mitarbeitern, doch bezieht sich diese lediglich auf Gegenstände, die mit Ihrer Firma und den Angestellten im Zusammenhang stehen. Entscheidend ist also, ob das vom Arbeitnehmer eingebrachte Eigentum für die Arbeitsleistung beziehungsweise für den Arbeitsweg relevant ist. Nur in solchen Fällen, müssen Sie bei Diebstahl am Arbeitsplatz haften.

Welcher Gegenstand wurde gestohlen?

Zunächst muss also untersucht werden, welche Sachen verschwunden sind. Laut "K & K-Bildung" wird zwischen drei Gruppen von Sachgütern unterschieden:

  • Persönlich unentbehrliche Sachen. Dazu gehören beispielsweise die Arbeitskleidung, aber auch persönliche Dinge wie der Ausweis, die Uhr oder Fahrkarten.
  • Unmittelbar oder mittelbar arbeitsdienliche, aber nicht notwendige Gegenstände. Darunter fallen etwa Fachbücher oder eigene Werkzeuge.
  • Eigentum, das in keinem Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis steht. Beispiele hierfür sind Schmuck, Kameras oder private Smartphones.

Für Dinge aus der ersten Gruppe müssen Sie Ihrer Schutzpflicht nachkommen. Sie müssen also dafür sorgen, dass diese Gegenstände sicher verwahrt werden, beispielsweise in einem abschließbaren Spind. Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach, so müssen Sie für den Verlust beziehungsweise den Schaden der Langfinger geradestehen. Sprich: Bestohlene Mitarbeiter haben das Recht auf einen Schadensersatz von Ihnen.

Und was passiert, wenn das Diebesgut in die zweite Kategorie fällt? In diesem Fall greift ebenso die Obhut- und Verwahrungspflicht. Allerdings unter einer Bedingung: Der Gegenstand muss für Ihren Mitarbeiter erforderlich sein.

Wurde hingegen Schmuck oder der geliebte iPod Ihres Kollegen gestohlen, müssen Sie dafür nicht haften.

Tipp für alle Beklauten, die über eine Hausratversicherung verfügen: Überprüfen Sie, inwieweit persönliche Sachen im Rahmen der "Außenversicherung" abgedeckt sind. Unter Umständen haftet die Hausratversicherung für den Verlust.

Schützen Sie sich vor Fremden

Diebstahl am Arbeitsplatz lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Doch Sie können einige Maßnahmen ergreifen, um sich besser zu schützen. Oftmals sind es Fremde, die in die Büroräumlichkeiten spazieren und sich seelenruhig die Privatsachen Ihrer Belegschaft zu eigen machen. Eine Möglichkeit, diese kriminellen Vorgänge zu stoppen, sind Zutrittskontrollen. Darüber hinaus sollten Sie grundsätzlich Besuchern den unbeaufsichtigten Zugang zu nicht verschließbaren Räumen verwehren. Auch Firmenausweise sind empfehlenswert. Damit können Mitarbeiter von Fremden leichter unterschieden werden.

Weiterführende Links:

  • Was sind Abmahnungsgründe? Fünf Beispiele, wann Sie notorische Querulanten in die Schranken verweisen können.
  • Sie möchten ein Abmahnungsschreiben verfassen? Tipps zu Form und Inhalt erhalten Sie hier.
  • Erwischt! Sie haben den Langfinger im Büro entlarvt. Dürfen Sie diesen fristlos kündigen? Nachzulesen bei "Hensche.de".
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Diebstahl am Arbeitsplatz: Wer haftet für das Diebesgut? Langfinger im Haus: Der Chef haftet nicht in jedem Fall bei Diebstahl am Arbeitsplatz. (© 2016 135pixels/Shutterstock)

Diebstahl am Arbeitsplatz – nicht immer haftet der Chef

Achtung, Langfinger im Büro! Diebstahl am Arbeitsplatz sorgt für miese Stimmung unter der Belegschaft, denn vielleicht war es ja einer der Kollegen. Eine Anzeige bei der Polizei ist der erste Schritt, bringt das gestohlene Gut jedoch leider nicht zurück. Wer haftet eigentlich dafür? Fest steht: Nicht in jedem Fall Sie als Chef. Sie stehen laut Gesetz zwar in der Fürsorgepflicht gegenüber Ihren Mitarbeitern, doch bezieht sich diese lediglich auf Gegenstände, die mit Ihrer Firma und den Angestellten im Zusammenhang stehen. Entscheidend ist also, ob das vom Arbeitnehmer eingebrachte Eigentum für die Arbeitsleistung beziehungsweise für den Arbeitsweg relevant ist. Nur in solchen Fällen, müssen Sie bei Diebstahl am Arbeitsplatz haften.

Welcher Gegenstand wurde gestohlen?

Zunächst muss also untersucht werden, welche Sachen verschwunden sind. Laut "K & K-Bildung" wird zwischen drei Gruppen von Sachgütern unterschieden:

  • Persönlich unentbehrliche Sachen. Dazu gehören beispielsweise die Arbeitskleidung, aber auch persönliche Dinge wie der Ausweis, die Uhr oder Fahrkarten.
  • Unmittelbar oder mittelbar arbeitsdienliche, aber nicht notwendige Gegenstände. Darunter fallen etwa Fachbücher oder eigene Werkzeuge.
  • Eigentum, das in keinem Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis steht. Beispiele hierfür sind Schmuck, Kameras oder private Smartphones.

Für Dinge aus der ersten Gruppe müssen Sie Ihrer Schutzpflicht nachkommen. Sie müssen also dafür sorgen, dass diese Gegenstände sicher verwahrt werden, beispielsweise in einem abschließbaren Spind. Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach, so müssen Sie für den Verlust beziehungsweise den Schaden der Langfinger geradestehen. Sprich: Bestohlene Mitarbeiter haben das Recht auf einen Schadensersatz von Ihnen.

Und was passiert, wenn das Diebesgut in die zweite Kategorie fällt? In diesem Fall greift ebenso die Obhut- und Verwahrungspflicht. Allerdings unter einer Bedingung: Der Gegenstand muss für Ihren Mitarbeiter erforderlich sein.

Wurde hingegen Schmuck oder der geliebte iPod Ihres Kollegen gestohlen, müssen Sie dafür nicht haften.

Tipp für alle Beklauten, die über eine Hausratversicherung verfügen: Überprüfen Sie, inwieweit persönliche Sachen im Rahmen der "Außenversicherung" abgedeckt sind. Unter Umständen haftet die Hausratversicherung für den Verlust.

Schützen Sie sich vor Fremden

Diebstahl am Arbeitsplatz lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Doch Sie können einige Maßnahmen ergreifen, um sich besser zu schützen. Oftmals sind es Fremde, die in die Büroräumlichkeiten spazieren und sich seelenruhig die Privatsachen Ihrer Belegschaft zu eigen machen. Eine Möglichkeit, diese kriminellen Vorgänge zu stoppen, sind Zutrittskontrollen. Darüber hinaus sollten Sie grundsätzlich Besuchern den unbeaufsichtigten Zugang zu nicht verschließbaren Räumen verwehren. Auch Firmenausweise sind empfehlenswert. Damit können Mitarbeiter von Fremden leichter unterschieden werden.

Weiterführende Links:

  • Was sind Abmahnungsgründe? Fünf Beispiele, wann Sie notorische Querulanten in die Schranken verweisen können.
  • Sie möchten ein Abmahnungsschreiben verfassen? Tipps zu Form und Inhalt erhalten Sie hier.
  • Erwischt! Sie haben den Langfinger im Büro entlarvt. Dürfen Sie diesen fristlos kündigen? Nachzulesen bei "Hensche.de".
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