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Kündigung wegen Bonbonlutschens nicht rechtens

Dass das Lutschen eines Bonbons weitreichende Folgen haben kann, bekam eine Netto-Kassiererin zu spüren. Der Discounter reagierte mit einer Kündigung. Das wollte sich die Frau nicht gefallen lassen und klagte. Das Arbeitsgericht Paderborn gab ihr nun recht.
Kündigung wegen Bonbonlutschens nicht rechtens Lecker, süß und ein Grund zur Kündigung? Netto entließ eine Mitarbeiterin, weil sie an einem Bonbon lutschte. (© 2016 Jiri Hera/Shutterstock)

Kündigung wegen Hygieneverstoß und Rufschädigung

Ungereimtheiten bei der Beweisführung führten dazu, dass das Gericht zugunsten der Klägerin Angela Webster entschied. Laut der Kassiererin sei es nie zu dem Bonbon-Vorfall gekommen. Ein Unbekannter hatte sich via E-Mail darüber beschwert, dass ihr das Bonbon auf Lebensmittel gefallen sei und sie zudem schlecht über Netto geredet habe. Laut Angaben der Prozessbeobachter von Verdi wisse man jedoch bis heute nicht, wer die E-Mail verschickt habe. Hinzukommt, dass die stellvertretende Filialleiterin, die den vermeintlichen Fauxpas der Kassiererin bezeugt hatte, am Tag des Vorfalls im Urlaub war.

Rufschädigung und Verstöße gegen die Hygienevorschriften sind zwar diskutable Gründe für eine Kündigung, doch da Webster bestritt, dass es dazu gekommen sei und es keine hinreichenden Beweise für den Vorfall gab, muss der Arbeitgeber Netto die 43-Jährige wieder einstellen. Ihrer Ansicht nach habe der Discounter nur einen Grund gesucht, um sie loszuwerden. Die Kassiererin, die Mitglied der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist, habe nämlich aufgedeckt, dass Netto Fehlstunden trotz Krankmeldung als Minusstunden gezählt habe, wie die "Süddeutsche" berichtet.

Netto weist Vorwurf zu Minusstunden zurück

Netto wies den Vorwurf vor Gericht zurück – Arbeitszeiten müssten selbstverständlich nicht nachgeholt werden, hieß es. Die Minusstunden rechtfertigte Netto mit einem technischen Versehen. Noch ist unklar, ob das Unternehmen das Urteil akzeptiert oder in Berufung geht. Angela Webster will derweil für den Betriebsrat kandidieren.

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Kündigung wegen Bonbonlutschens nicht rechtens Lecker, süß und ein Grund zur Kündigung? Netto entließ eine Mitarbeiterin, weil sie an einem Bonbon lutschte. (© 2016 Jiri Hera/Shutterstock)

Kündigung wegen Hygieneverstoß und Rufschädigung

Ungereimtheiten bei der Beweisführung führten dazu, dass das Gericht zugunsten der Klägerin Angela Webster entschied. Laut der Kassiererin sei es nie zu dem Bonbon-Vorfall gekommen. Ein Unbekannter hatte sich via E-Mail darüber beschwert, dass ihr das Bonbon auf Lebensmittel gefallen sei und sie zudem schlecht über Netto geredet habe. Laut Angaben der Prozessbeobachter von Verdi wisse man jedoch bis heute nicht, wer die E-Mail verschickt habe. Hinzukommt, dass die stellvertretende Filialleiterin, die den vermeintlichen Fauxpas der Kassiererin bezeugt hatte, am Tag des Vorfalls im Urlaub war.

Rufschädigung und Verstöße gegen die Hygienevorschriften sind zwar diskutable Gründe für eine Kündigung, doch da Webster bestritt, dass es dazu gekommen sei und es keine hinreichenden Beweise für den Vorfall gab, muss der Arbeitgeber Netto die 43-Jährige wieder einstellen. Ihrer Ansicht nach habe der Discounter nur einen Grund gesucht, um sie loszuwerden. Die Kassiererin, die Mitglied der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist, habe nämlich aufgedeckt, dass Netto Fehlstunden trotz Krankmeldung als Minusstunden gezählt habe, wie die "Süddeutsche" berichtet.

Netto weist Vorwurf zu Minusstunden zurück

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