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Finanzierung aus Abschreibungen: Was Sie wissen sollten

Finanzierung aus Abschreibungen sollte für Mittelständler zum festen Buchführungsrepertoire gehören. Sofern Sie genau rechnen, machen sich die Methoden nicht nur auf dem Papier gut, sondern Sie ernten im besten Fall einen handfesten wirtschaftlichen Vorteil.
Finanzierung aus Abschreibungen: Was Sie wissen sollten Richtig angewendet, funktioniert eine Finanzierung aus Abschreibungen problemlos. (© 2015 BillionPhotos/Shutterstock)

Was sind Abschreibungen: Grundlegendes zum Begriff

Sobald von Abschreibungen die Rede ist, tauchen oftmals negative Assoziationen im Kopf von Unternehmern auf. So titelte der "Focus" vor Kurzem beispielsweise "Hornbach verfehlt wegen Abschreibungen Gewinnprognose".

Doch natürlich ist nicht alles schlecht an der Praxis aus dem Rechnungswesen – ganz im Gegenteil. Ein differenzierter Blick zeigt warum: Stellen Sie sich zunächst ein gängiges Wirtschaftsgut vor, zum Beispiel eine Maschine, die Sie zur Herstellung eines bestimmten Produktes benötigen. Dieses Gerät verliert im Laufe seines Einsatzes an Wert, entweder durch Abnutzung oder einfach durch Zeit. Diesen Schwund bilden Sie in Ihren Büchern so realitätsgetreu wie nur irgend möglich ab.

Was tun Sie genau? Mit jährlichen Abschreibungen behalten Sie den Überblick über die konstante Wertverminderung. Sie ziehen von Ihrem Umsatz den Eurowert ab, der den Verschleiß der Apparatur bezeichnet. Wirtschaften Sie richtig, ist diese Ziffer aufzufangen. Wie genau das geht, erklären wir weiter unten.

Geregelt sind diese Abschreibungen übrigens im Handelsgesetzbuch (HGB) Paragraf 253.

Beispiel: Abschreibung richtig berechnen und Finanzierungseffekt auskosten

Damit die Finanzierung aus Abschreibungen ihre Wirkung entfalten kann, das heißt, damit es einen Finanzierungseffekt gibt, müssen Sie jetzt genau kalkulieren. Nehmen wir uns dazu ein Beispiel vor:

  • Eine wichtige Maschine für Ihre Produktion kostet 200.000 Euro.
  • Die Nutzungsdauer wird auf zehn Jahre geschätzt.
  • Nach Ablauf der zehn Jahre können Sie das Wirtschaftsgut noch für 20.000 Euro weiterverkaufen – Experten sprechen von einem Restkauferlös.

Für eine lineare Abschreibung – linear heißt hier, die Kosten werden gleichmäßig auf die einzelnen Jahre verteilt – ergibt sich die folgende Formel:

200.000 Euro Anschaffungskosten - 20.000 Euro Restkauferlös

---------------------------------------------------------------------------------

10 Jahre

Das ergibt 18.000 Euro und jedes Jahr verringert sich der Gewinn in Ihrem Unternehmen um diesen Betrag. Oder mit anderen Worten: Sie müssen jedes Jahr Ihren Umsatz um die besagte Summe steigern, etwa indem Sie die Preise für Ihre Produkte entsprechend anpassen.

Die Variablen für diese Rechnungen kommen nicht von ungefähr: Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) stellt dafür sogenannte Absetzung-für-Abnutzung-Tabellen (kurz AfA-Tabellen) zur Verfügung. Auf der offiziellen Seite heißt es dazu auch, die Auflistungen seien:

"… ein Hilfsmittel, um die Nutzungsdauer von Anlagegütern zu schätzen. Die in ihnen festgehaltenen Werte beruhen auf Erfahrungswissen."

Zurück zu der Finanzierung aus Abschreibungen: Bisher haben Sie im Prinzip nur Ihre Verluste berechnet. Und außerdem bestimmt, um welche Summe Sie Ihren Umsatz gegebenenfalls steigern müssen. Der Finanzierungseffekt ergibt sich nun im Zeitraum zwischen der Anschaffung der Maschine und der Reinvestition – in unserem Beispiel in den zehn Jahren, nach denen Sie das alte Gerät durch ein neues ersetzen.

Schaffen Sie es, in dieser Dekade Ihre Abschreibungen durch mehr Gewinn auszugleichen, dann steht Ihnen bis zum Moment der Reinvestition Kapital zur Verfügung, das Sie anderweitig verwenden können. Das wird auch Gewinnthesaurierung genannt: Sie finanzieren mit den Einkünften beispielsweise andere Apparate oder bilden damit Rücklagen.

Finanzierung aus Abschreibungen: Der Kapitalfreisetzungseffekt und Kapazitätserweiterungseffekt

Finanzierung aus Abschreibungen funktioniert in der Praxis über zwei Effekte. Der erste ist der Kapitalfreisetzungseffekt – den wir in den Grundzügen schon beschrieben haben:

  • Sie bauen eine bestimmte Kapazität auf und halten diese – Sie kaufen also einen Produktionsautomaten und nutzen diesen über einen längeren Zeitraum.
  • Sie verdienen sich die Abschreibungen durch eine Umsatzsteigerung – wie bereits angedeutet, lassen sich beispielsweise die Preise anpassen.

Der Kapazitätserweiterungseffekt folgt schließlich direkt auf den Kapitalfreisetzungseffekt:

  • Was Sie an Plus einstreichen, wird umgehend reinvestiert.
  • Ihr Unternehmen wächst also, ohne dafür auf eine äußere Geldquelle wie einen Kredit zurückgreifen zu müssen.

Eine Finanzierung aus Abschreibungen kann demnach ein adäquates Mittel für den Mittelstand sein, um aus eigener Kraft Kapital für Wachstum aufzubringen.

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Finanzierung aus Abschreibungen: Was Sie wissen sollten Richtig angewendet, funktioniert eine Finanzierung aus Abschreibungen problemlos. (© 2015 BillionPhotos/Shutterstock)

Was sind Abschreibungen: Grundlegendes zum Begriff

Sobald von Abschreibungen die Rede ist, tauchen oftmals negative Assoziationen im Kopf von Unternehmern auf. So titelte der "Focus" vor Kurzem beispielsweise "Hornbach verfehlt wegen Abschreibungen Gewinnprognose".

Doch natürlich ist nicht alles schlecht an der Praxis aus dem Rechnungswesen – ganz im Gegenteil. Ein differenzierter Blick zeigt warum: Stellen Sie sich zunächst ein gängiges Wirtschaftsgut vor, zum Beispiel eine Maschine, die Sie zur Herstellung eines bestimmten Produktes benötigen. Dieses Gerät verliert im Laufe seines Einsatzes an Wert, entweder durch Abnutzung oder einfach durch Zeit. Diesen Schwund bilden Sie in Ihren Büchern so realitätsgetreu wie nur irgend möglich ab.

Was tun Sie genau? Mit jährlichen Abschreibungen behalten Sie den Überblick über die konstante Wertverminderung. Sie ziehen von Ihrem Umsatz den Eurowert ab, der den Verschleiß der Apparatur bezeichnet. Wirtschaften Sie richtig, ist diese Ziffer aufzufangen. Wie genau das geht, erklären wir weiter unten.

Geregelt sind diese Abschreibungen übrigens im Handelsgesetzbuch (HGB) Paragraf 253.

Beispiel: Abschreibung richtig berechnen und Finanzierungseffekt auskosten

Damit die Finanzierung aus Abschreibungen ihre Wirkung entfalten kann, das heißt, damit es einen Finanzierungseffekt gibt, müssen Sie jetzt genau kalkulieren. Nehmen wir uns dazu ein Beispiel vor:

  • Eine wichtige Maschine für Ihre Produktion kostet 200.000 Euro.
  • Die Nutzungsdauer wird auf zehn Jahre geschätzt.
  • Nach Ablauf der zehn Jahre können Sie das Wirtschaftsgut noch für 20.000 Euro weiterverkaufen – Experten sprechen von einem Restkauferlös.

Für eine lineare Abschreibung – linear heißt hier, die Kosten werden gleichmäßig auf die einzelnen Jahre verteilt – ergibt sich die folgende Formel:

200.000 Euro Anschaffungskosten - 20.000 Euro Restkauferlös

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10 Jahre

Das ergibt 18.000 Euro und jedes Jahr verringert sich der Gewinn in Ihrem Unternehmen um diesen Betrag. Oder mit anderen Worten: Sie müssen jedes Jahr Ihren Umsatz um die besagte Summe steigern, etwa indem Sie die Preise für Ihre Produkte entsprechend anpassen.

Die Variablen für diese Rechnungen kommen nicht von ungefähr: Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) stellt dafür sogenannte Absetzung-für-Abnutzung-Tabellen (kurz AfA-Tabellen) zur Verfügung. Auf der offiziellen Seite heißt es dazu auch, die Auflistungen seien:

"… ein Hilfsmittel, um die Nutzungsdauer von Anlagegütern zu schätzen. Die in ihnen festgehaltenen Werte beruhen auf Erfahrungswissen."

Zurück zu der Finanzierung aus Abschreibungen: Bisher haben Sie im Prinzip nur Ihre Verluste berechnet. Und außerdem bestimmt, um welche Summe Sie Ihren Umsatz gegebenenfalls steigern müssen. Der Finanzierungseffekt ergibt sich nun im Zeitraum zwischen der Anschaffung der Maschine und der Reinvestition – in unserem Beispiel in den zehn Jahren, nach denen Sie das alte Gerät durch ein neues ersetzen.

Schaffen Sie es, in dieser Dekade Ihre Abschreibungen durch mehr Gewinn auszugleichen, dann steht Ihnen bis zum Moment der Reinvestition Kapital zur Verfügung, das Sie anderweitig verwenden können. Das wird auch Gewinnthesaurierung genannt: Sie finanzieren mit den Einkünften beispielsweise andere Apparate oder bilden damit Rücklagen.

Finanzierung aus Abschreibungen: Der Kapitalfreisetzungseffekt und Kapazitätserweiterungseffekt

Finanzierung aus Abschreibungen funktioniert in der Praxis über zwei Effekte. Der erste ist der Kapitalfreisetzungseffekt – den wir in den Grundzügen schon beschrieben haben:

  • Sie bauen eine bestimmte Kapazität auf und halten diese – Sie kaufen also einen Produktionsautomaten und nutzen diesen über einen längeren Zeitraum.
  • Sie verdienen sich die Abschreibungen durch eine Umsatzsteigerung – wie bereits angedeutet, lassen sich beispielsweise die Preise anpassen.

Der Kapazitätserweiterungseffekt folgt schließlich direkt auf den Kapitalfreisetzungseffekt:

  • Was Sie an Plus einstreichen, wird umgehend reinvestiert.
  • Ihr Unternehmen wächst also, ohne dafür auf eine äußere Geldquelle wie einen Kredit zurückgreifen zu müssen.

Eine Finanzierung aus Abschreibungen kann demnach ein adäquates Mittel für den Mittelstand sein, um aus eigener Kraft Kapital für Wachstum aufzubringen.

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