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Fördermittel beantragen für Existenzgründer: Ein Überblick

Sie sind Existenzgründer und suchen nach einer passenden Finanzierung? Über öffentliche Programme können Sie Fördermittel beantragen und günstige Kredite, Zuschüsse oder Bürgschaften für Ihr Start-up erhalten. Was bei der Antragsstellung zu berücksichtigen ist, erfahren Sie hier.
Fördermittel beantragen für Existenzgründer: Ein Überblick Die eigene Hausbank ist meist der erste Ansprechpartner, wenn Sie Fördermittel beantragen möchten. (© 2016 Singkham/Shutterstock)

Fördermittel beantragen: Wie finde ich das passende Programm?

Die EU, der Bund und die Länder bieten für Existenzgründungen eine Vielzahl an Förderprogrammen an. Dabei verfolgt jedes Förderprogramm ein klar definiertes politisches Ziel, zum Beispiel die Arbeitsplatzbeschaffung in strukturschwachen Regionen, den Ausbau regenerativer Energien oder die Entwicklung schadstoffarmer Mobilität.

Für Sie als Existenzgründer ist es dementsprechend wichtig, ein Förderprogramm zu finden, das zu Ihrem Vorhaben passt. Bevor Sie Fördermittel beantragen, ist eine Recherche notwendig. Online stehen Ihnen dafür mehrere Seiten zur Verfügung:

  • www.foerderdatenbank.de: In der Online-Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums können Sie alle Förderangebote der EU, des Bundes und der Länder recherchieren. Zudem können Sie sich über eine kostenlose Hotline persönlich beraten lassen.
  • www.existenzgruender.de: Auf dem Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beantworten Experten Ihre Fragen zu Fördermitteln.
  • www.foerderinfo.bund.de: Einen Überblick über speziell geförderte Branchen und neue Förderprogramme bietet die Seite der Bundesregierung.
  • www.kfw.de: Über den Produktfinder recherchieren Sie zinsgünstige Kredite, die im Rahmen der KfW Förderung vergeben werden.

Wenn Sie Fördermittel beantragen wollen, können Sie sich darüber hinaus bei Ihrer Landesbank, bei Handels- und Handwerkskammern, Wirtschaftsverbänden und regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften informieren. Oft lohnt es sich, die Dienste eines professionellen Fördermittelberaters anzunehmen, der Ihr Vorhaben von der Recherche bis zur Antragsstellung unterstützt.

Antrag stellen: An wen wende ich mich?

Ihr erster Ansprechpartner ist in der Regel die Hausbank, wenn Sie Fördermittel beantragen wollen. Die Bank vermittelt zwischen Ihnen als Existenzgründer und den Förderinstitutionen. Damit Ihr Förderantrag überhaupt an die entsprechenden Stellen weitervermittelt wird, ist es wichtig, dass Sie Ihre Partner bei der Bank von Ihrem Vorhaben überzeugen. Achtung: Nicht jede Bank informiert ihre Kunden proaktiv über öffentliche Fördermöglichkeiten. Im Umgang mit dem Finanzdienstleister sind Ihre Initiative und Überzeugungsstärke gefragt.

Formalia: Was muss ein Förderantrag beinhalten?

Welche Dokumente Sie einzureichen haben, wenn Sie Fördermittel beantragen, hängt vom jeweiligen Förderprogramm ab. Für einen Förderkredit müssen Sie in der Regel ähnliche Unterlagen zusammenstellen wie für einen normalen Bankkredit, darunter...

  • neueste Jahresabschlüsse
  • neueste Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
  • Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätsplanungen
  • formalisierte Selbsterklärungen zu Risiken, zur Unternehmensgröße, zu Besitz- und Beteiligungsverhältnissen
  • Einwilligung zur Schufa-Auskunft

Für spezielle Förderprogramme kann darüber hinaus eine Beschreibung Ihres Vorhabens oder ein Prüfblatt zur Förderfähigkeit angefordert werden. Wichtig: Wie bei anderen Bankkrediten auch, ist es notwendig, dass Sie präzise beschreiben, wofür Sie die Mittel einsetzen wollen. Rechnen Sie damit, dass nach der Bewilligung der Gelder überprüft wird, ob Sie die Mittel tatsächlich für die zuvor angegebenen Zwecke eingesetzt haben.

Knock-Out-Kriterien: Wann hat mein Antrag keine Chance?

Es gibt drei Fälle, in denen es keinen Sinn macht, dass Sie Fördermittel beantragen:

  • Die Investition wurde bereits getätigt: Öffentliche Fördermittel werden nur für Vorhaben zur Verfügung gestellt, die noch nicht realisiert wurden. Stellen Sie Ihren Antrag unbedingt im Vorfeld an die Investition. Ausnahme: Mietausgaben werden zum Teil auch im Nachhinein finanziert.
  • Sie haben bereits Fördermittel erhalten: Die öffentlichen Förderinstitutionen bewilligen jeweils nur eine Förderung. Daher ist es sinnvoll, vorab zu erwägen, bei welchem Vorhaben Sie finanzielle Unterstützung am meisten benötigen. Tipp: Wenn Sie bereits Fördermittel von einer Institution erhalten haben, können Sie ohne Weiteres einen Antrag bei einer zweiten Institution stellen.
  • Ihr Unternehmen befindet sich im Besitz einer anderen Kapitalgesellschaft: Beteiligungs-UGs sind grundsätzlich von der öffentlichen Förderung ausgeschlossen. Dies sollten Sie bei der Wahl der gesellschaftsrechtlichen Strukturen Ihres Start-ups berücksichtigen.

Timing: Wie lange dauert die Antragsprüfung?

Wenn Sie Fördermittel beantragen, ist die Bearbeitungszeit nicht wesentlich länger als bei regulären Bankkrediten. Dies gilt insbesondere für Förderkredite. Auf längere Wartezeiten müssen Sie sich einstellen, wenn Sie Zuschüsse oder Bürgschaften beantragen. Auch formale Fehler können zu Verzögerungen, wenn nicht gar zum Ausschluss führen.

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Fördermittel beantragen für Existenzgründer: Ein Überblick Die eigene Hausbank ist meist der erste Ansprechpartner, wenn Sie Fördermittel beantragen möchten. (© 2016 Singkham/Shutterstock)

Fördermittel beantragen: Wie finde ich das passende Programm?

Die EU, der Bund und die Länder bieten für Existenzgründungen eine Vielzahl an Förderprogrammen an. Dabei verfolgt jedes Förderprogramm ein klar definiertes politisches Ziel, zum Beispiel die Arbeitsplatzbeschaffung in strukturschwachen Regionen, den Ausbau regenerativer Energien oder die Entwicklung schadstoffarmer Mobilität.

Für Sie als Existenzgründer ist es dementsprechend wichtig, ein Förderprogramm zu finden, das zu Ihrem Vorhaben passt. Bevor Sie Fördermittel beantragen, ist eine Recherche notwendig. Online stehen Ihnen dafür mehrere Seiten zur Verfügung:

  • www.foerderdatenbank.de: In der Online-Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums können Sie alle Förderangebote der EU, des Bundes und der Länder recherchieren. Zudem können Sie sich über eine kostenlose Hotline persönlich beraten lassen.
  • www.existenzgruender.de: Auf dem Existenzgründungsportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beantworten Experten Ihre Fragen zu Fördermitteln.
  • www.foerderinfo.bund.de: Einen Überblick über speziell geförderte Branchen und neue Förderprogramme bietet die Seite der Bundesregierung.
  • www.kfw.de: Über den Produktfinder recherchieren Sie zinsgünstige Kredite, die im Rahmen der KfW Förderung vergeben werden.

Wenn Sie Fördermittel beantragen wollen, können Sie sich darüber hinaus bei Ihrer Landesbank, bei Handels- und Handwerkskammern, Wirtschaftsverbänden und regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften informieren. Oft lohnt es sich, die Dienste eines professionellen Fördermittelberaters anzunehmen, der Ihr Vorhaben von der Recherche bis zur Antragsstellung unterstützt.

Antrag stellen: An wen wende ich mich?

Ihr erster Ansprechpartner ist in der Regel die Hausbank, wenn Sie Fördermittel beantragen wollen. Die Bank vermittelt zwischen Ihnen als Existenzgründer und den Förderinstitutionen. Damit Ihr Förderantrag überhaupt an die entsprechenden Stellen weitervermittelt wird, ist es wichtig, dass Sie Ihre Partner bei der Bank von Ihrem Vorhaben überzeugen. Achtung: Nicht jede Bank informiert ihre Kunden proaktiv über öffentliche Fördermöglichkeiten. Im Umgang mit dem Finanzdienstleister sind Ihre Initiative und Überzeugungsstärke gefragt.

Formalia: Was muss ein Förderantrag beinhalten?

Welche Dokumente Sie einzureichen haben, wenn Sie Fördermittel beantragen, hängt vom jeweiligen Förderprogramm ab. Für einen Förderkredit müssen Sie in der Regel ähnliche Unterlagen zusammenstellen wie für einen normalen Bankkredit, darunter...

  • neueste Jahresabschlüsse
  • neueste Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
  • Vermögens-, Ertrags- und Liquiditätsplanungen
  • formalisierte Selbsterklärungen zu Risiken, zur Unternehmensgröße, zu Besitz- und Beteiligungsverhältnissen
  • Einwilligung zur Schufa-Auskunft

Für spezielle Förderprogramme kann darüber hinaus eine Beschreibung Ihres Vorhabens oder ein Prüfblatt zur Förderfähigkeit angefordert werden. Wichtig: Wie bei anderen Bankkrediten auch, ist es notwendig, dass Sie präzise beschreiben, wofür Sie die Mittel einsetzen wollen. Rechnen Sie damit, dass nach der Bewilligung der Gelder überprüft wird, ob Sie die Mittel tatsächlich für die zuvor angegebenen Zwecke eingesetzt haben.

Knock-Out-Kriterien: Wann hat mein Antrag keine Chance?

Es gibt drei Fälle, in denen es keinen Sinn macht, dass Sie Fördermittel beantragen:

  • Die Investition wurde bereits getätigt: Öffentliche Fördermittel werden nur für Vorhaben zur Verfügung gestellt, die noch nicht realisiert wurden. Stellen Sie Ihren Antrag unbedingt im Vorfeld an die Investition. Ausnahme: Mietausgaben werden zum Teil auch im Nachhinein finanziert.
  • Sie haben bereits Fördermittel erhalten: Die öffentlichen Förderinstitutionen bewilligen jeweils nur eine Förderung. Daher ist es sinnvoll, vorab zu erwägen, bei welchem Vorhaben Sie finanzielle Unterstützung am meisten benötigen. Tipp: Wenn Sie bereits Fördermittel von einer Institution erhalten haben, können Sie ohne Weiteres einen Antrag bei einer zweiten Institution stellen.
  • Ihr Unternehmen befindet sich im Besitz einer anderen Kapitalgesellschaft: Beteiligungs-UGs sind grundsätzlich von der öffentlichen Förderung ausgeschlossen. Dies sollten Sie bei der Wahl der gesellschaftsrechtlichen Strukturen Ihres Start-ups berücksichtigen.

Timing: Wie lange dauert die Antragsprüfung?

Wenn Sie Fördermittel beantragen, ist die Bearbeitungszeit nicht wesentlich länger als bei regulären Bankkrediten. Dies gilt insbesondere für Förderkredite. Auf längere Wartezeiten müssen Sie sich einstellen, wenn Sie Zuschüsse oder Bürgschaften beantragen. Auch formale Fehler können zu Verzögerungen, wenn nicht gar zum Ausschluss führen.

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