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Was ist Factoring und was bringt es dem Mittelstand?

Ihr Geschäft gerät ins Stocken, weil Kunden offene Rechnungen nicht begleichen. Factoring hilft Ihnen dabei, Ihre Liquidität wieder zu steigern. Wie genau funktioniert das eigentlich und wann sollten Sie solche Dienste in Anspruch nehmen?
Was ist factoring und was bringt es dem Mittelstand? Entspannt bleiben bei offenen Rechnungen: Factoring-Unternehmen begleichen Ihre Forderungen, wenn Ihre Kunden nicht rechtzeitig zahlen. (© 2016 Ysbrand Cosijn/Shutterstock)

Was ist factoring?

Vielleicht kommt Ihnen folgende Situation bekannt vor: Sie haben einem Kunden eine Ware oder Dienstleistung verkauft und ausgeliefert. Was steht noch aus? Leider die Begleichung des Auftrags. Verzögerte Zahlungen sind nicht nur ärgerlich, sondern gefährden auch Ihre Firma – insbesondere dann, wenn sich die Misere wiederholt. Da nicht ausreichend Geld in Ihr Unternehmen fließt, können Sie Ihren eigenen Verpflichtungen auf Dauer nicht nachkommen.

Factoring bietet eine Lösung für dieses Problem. Dabei schließen Sie mit dem sogenannten Factor, also der Factoring-Firma, einen Vertrag über den Verkauf Ihrer Forderungen ab. Als Gegenleistung schießt der Factor den größten Teil (in der Regel 80 bis 90 Prozent) des Rechnungsbetrags vor. Den Rest behält das Unternehmen als Sicherheit für Forderungskürzungen. Sobald Ihr Kunde, die mit Ihnen vereinbarten Zahlungsziele vollständig an den Factor überweist – letzterer ist dann nämlich für die Zahlungsabwicklung verantwortlich –, erhalten Sie auch den einbehaltenen Finanzierungsabschlag zurück.

Die Vorteile von Factoring

Durch Factoring bleiben Sie also liquide. Sogar dann, wenn Ihr Kunde seiner Zahlung nicht nachkommt, weil er beispielsweise Insolvenz anmeldet. Das Risiko der Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners liegt dann beim Factoring-Unternehmen und nicht bei Ihnen. Allerdings prüft der Factor in aller Regel die Bonität des säumigen Abnehmers, damit es zu derartigen Zahlungsausfällen nicht kommt.

Ein weiterer Vorteil, wenn Sie Factoring in Anspruch nehmen: Die Firma übernimmt das Debitorenmanagement. Das heißt, sie kümmert sich beispielsweise um die Debitorenbuchhaltung, führt regelmäßig Bonitätsprüfungen der Kunden durch und verschickt gegebenenfalls Mahnungen. Klingt ganz nach den Tätigkeiten eines Inkassounternehmens, oder? Tatsächlich werden Factoring und Inkassodienstleistungen häufig aus einer Hand angeboten.

Was haben Sie zu tun?

Das Factoring-Unternehmen übernimmt also den Part des Geldeintreibens. Für die in Anspruch genommenen Dienste müssen Sie individuell vereinbarte Gebühren entrichten, die in der Regel von den Sofortauszahlungen der angekauften Rechnungen abgezogen werden.

Darüber hinaus sind Sie weiterhin für die Rechnungszustellung verantwortlich. Lediglich die Bankverbindung ändert sich für Ihren Kunden – der neue Empfänger ist dann das Factoring-Unternehmen. Über den Forderungsverkauf sollten Sie Ihre Abnehmer natürlich rechtzeitig mit einem Anschrieben informieren.

Was bringt Factoring dem Mittelstand?

Factoring eignet sich insbesondere für kleine und mittelständische Firmen in der Wachstumsphase. Da diese in der Regel noch nicht sehr umsatzstark sind, wirken sich nicht zahlende Kunden schnell negativ aufs Geschäft aus. Durch das Finanzierungsmittel Factoring bleiben aufstrebende Firmen flüssig und können ihre Liquidität sogar langfristig erhöhen. Daraus ergeben sich auf lange Sicht weitere Vorteile wie zum Beispiel eine verbesserte Eigenkapitalquote und Bonität.

Nicht zu unterschätzen sind allerdings die Kosten für das Factoring. Neben der oben beschriebenen Gebühr, die laut dem Magazin "Impulse" zwischen 0,6 und 2,5 Prozent vom angekauften Forderungsbestand beträgt, kommt in vielen Fällen eine Pauschale für eventuelle Bonitätsprüfungen der Kunden hinzu. Auch die bereitgestellte Liquidität verursacht Kosten in Form von Zinsen. Die Inanspruchnahme eines Factors sollte daher – ähnlich wie bei einem Kredit – gut überlegt sein.

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Was ist factoring und was bringt es dem Mittelstand? Entspannt bleiben bei offenen Rechnungen: Factoring-Unternehmen begleichen Ihre Forderungen, wenn Ihre Kunden nicht rechtzeitig zahlen. (© 2016 Ysbrand Cosijn/Shutterstock)

Was ist factoring?

Vielleicht kommt Ihnen folgende Situation bekannt vor: Sie haben einem Kunden eine Ware oder Dienstleistung verkauft und ausgeliefert. Was steht noch aus? Leider die Begleichung des Auftrags. Verzögerte Zahlungen sind nicht nur ärgerlich, sondern gefährden auch Ihre Firma – insbesondere dann, wenn sich die Misere wiederholt. Da nicht ausreichend Geld in Ihr Unternehmen fließt, können Sie Ihren eigenen Verpflichtungen auf Dauer nicht nachkommen.

Factoring bietet eine Lösung für dieses Problem. Dabei schließen Sie mit dem sogenannten Factor, also der Factoring-Firma, einen Vertrag über den Verkauf Ihrer Forderungen ab. Als Gegenleistung schießt der Factor den größten Teil (in der Regel 80 bis 90 Prozent) des Rechnungsbetrags vor. Den Rest behält das Unternehmen als Sicherheit für Forderungskürzungen. Sobald Ihr Kunde, die mit Ihnen vereinbarten Zahlungsziele vollständig an den Factor überweist – letzterer ist dann nämlich für die Zahlungsabwicklung verantwortlich –, erhalten Sie auch den einbehaltenen Finanzierungsabschlag zurück.

Die Vorteile von Factoring

Durch Factoring bleiben Sie also liquide. Sogar dann, wenn Ihr Kunde seiner Zahlung nicht nachkommt, weil er beispielsweise Insolvenz anmeldet. Das Risiko der Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners liegt dann beim Factoring-Unternehmen und nicht bei Ihnen. Allerdings prüft der Factor in aller Regel die Bonität des säumigen Abnehmers, damit es zu derartigen Zahlungsausfällen nicht kommt.

Ein weiterer Vorteil, wenn Sie Factoring in Anspruch nehmen: Die Firma übernimmt das Debitorenmanagement. Das heißt, sie kümmert sich beispielsweise um die Debitorenbuchhaltung, führt regelmäßig Bonitätsprüfungen der Kunden durch und verschickt gegebenenfalls Mahnungen. Klingt ganz nach den Tätigkeiten eines Inkassounternehmens, oder? Tatsächlich werden Factoring und Inkassodienstleistungen häufig aus einer Hand angeboten.

Was haben Sie zu tun?

Das Factoring-Unternehmen übernimmt also den Part des Geldeintreibens. Für die in Anspruch genommenen Dienste müssen Sie individuell vereinbarte Gebühren entrichten, die in der Regel von den Sofortauszahlungen der angekauften Rechnungen abgezogen werden.

Darüber hinaus sind Sie weiterhin für die Rechnungszustellung verantwortlich. Lediglich die Bankverbindung ändert sich für Ihren Kunden – der neue Empfänger ist dann das Factoring-Unternehmen. Über den Forderungsverkauf sollten Sie Ihre Abnehmer natürlich rechtzeitig mit einem Anschrieben informieren.

Was bringt Factoring dem Mittelstand?

Factoring eignet sich insbesondere für kleine und mittelständische Firmen in der Wachstumsphase. Da diese in der Regel noch nicht sehr umsatzstark sind, wirken sich nicht zahlende Kunden schnell negativ aufs Geschäft aus. Durch das Finanzierungsmittel Factoring bleiben aufstrebende Firmen flüssig und können ihre Liquidität sogar langfristig erhöhen. Daraus ergeben sich auf lange Sicht weitere Vorteile wie zum Beispiel eine verbesserte Eigenkapitalquote und Bonität.

Nicht zu unterschätzen sind allerdings die Kosten für das Factoring. Neben der oben beschriebenen Gebühr, die laut dem Magazin "Impulse" zwischen 0,6 und 2,5 Prozent vom angekauften Forderungsbestand beträgt, kommt in vielen Fällen eine Pauschale für eventuelle Bonitätsprüfungen der Kunden hinzu. Auch die bereitgestellte Liquidität verursacht Kosten in Form von Zinsen. Die Inanspruchnahme eines Factors sollte daher – ähnlich wie bei einem Kredit – gut überlegt sein.

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