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E-Commerce-Richtlinien: Wissenswertes für Ihren Online-Shop

Sie kurbeln in vielen Fällen die eigenen Absatzzahlen an: Online-Shops! Doch beim Einrichten ist Vorsicht geboten. Wir zeigen Ihnen, welche E-Commerce-Richtlinien auf jeden Fall beachtet werden müssen.
E-Commerce-Richtlinien: Wissenswertes für Ihren Online-shop Wer online seine Produkte an den Mann bringt, sollte die wichtigesten E-Commerce-Richtlinien kennen. (© 2015 Stokkete/Shutterstock)

Der Online-Handel gewinnt an Bedeutung

Eine eigene Website ist heutzutage für jedes Unternehmen Pflicht. Egal, ob groß oder klein. Schließlich wollen Kunden Produkte online finden, vergleichen und natürlich kaufen. Was heißt das konkret? Sie sollten Ihren Kunden die Bestellung so einfach wie möglich machen. Das klappt am besten mit einem übersichtlichen und gut zu bedienenden Online-Shop.

Wer seine Waren und Dienste im Internet anbietet, muss sich dabei an geltendes Recht halten – wie in anderen Bereichen auch. Der E-Commerce ist noch recht jung, weshalb sich der rechtliche Rahmen fortwährend ändert. Ständig sind neue Gesetze und Urteile zu befolgen. Wir geben Ihnen einen Überblick, auf welche E-Commerce-Richtlinien es wirklich ankommt.

Welche Gesetze im E-Commerce zu beachten sind

Auch wenn viele das Internet als virtuellen Raum bezeichnen: Die allgemeinen Rechtsgrundlagen gelten selbstverständlich auch hier. Die wichtigsten sind:

  • Bürgerliches Gesetzbuch
  • Handelsgesetzbuch
  • Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen
  • Urheberrechtsgesetz
  • Verbraucherkreditrecht
  • Gewerbeordnung
  • Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb

Doch Sie ahnen es schon: Mit diesen Gesetzen ist es leider nicht getan. Im Online-Handel sind eine Reihe weiterer Vorschriften zu beachten, nämlich:

  • Telemediengesetz (TMG)
  • E-Commerce- und Fernabsatzrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB)
  • Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) Art. 246 ff.
  • Signaturgesetz (SigG)
  • Preisangabenverordnung (PAngV)

Es zahlt sich aus, die Gesetze penibel zu beachten und aktuelle Urteile nachzulesen. Ansonsten flattert schnell mal eine Abmahnung ins Haus. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern oftmals auch teuer.

E-Commerce-Richtline: Vertrauen stärken durch Transparenz

Ein rechtlich einwandfreier Online-Shop steht und fällt mit einem korrekten Impressum.  Dabei müssen die Angaben nach dem Telemediengesetz sehr umfangreich sein. Dazu gehören unter anderem:

  • Der vollständige Vor- und Zuname.
  • Die postalische Anschrift.
  • E-Mail-Adresse, Telefon- und Faxnummer.
  • Bei juristischen Personen die Rechtsform.
  • Die Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (sofern vorhanden).

Das Impressum sollte übrigens nicht nur vollständig, sondern auch leicht zu finden sein. Denn je besser die Menschen Sie kennen, desto eher schließen sie einen Online-Kauf ab. Schließlich weiß jeder von uns gerne, mit wem er es zu tun hat. 

Noch eine wichtige E-Commerce-Richtlinie:  Können Verbraucher bei Ihnen über E-Mail, Telefon oder Fax bestellen, müssen Sie allen Informationspflichten des Telemediengesetzes nachkommen. Dies gilt auch, wenn Sie noch keinen Online-Shop haben.

Verträge online abschließen

Egal ob klassisch oder online: Ein Vertrag kommt erst dann zustande, wenn jemand ein Angebot annimmt. Nun gilt das Vorhandensein von Waren und Dienstleistungen in einem Online-Shop nicht unbedingt als Angebot. Es ist vielmehr so, dass Ihnen der Verbraucher erst durch die Bestellung ein Angebot macht.

Davon unabhängig müssen Sie den Verbraucher gemäß § 312d Absatz 1 BGB und Art 246a EGBGB aber vor der Bestellung informieren über:

  • anfallende Versandkosten,
  • die enthaltene Mehrwertsteuer,
  • das Bestehen oder Nichtbestehen eines Widerrufsrechts,
  • mögliche Lieferbeschränkungen und
  • akzeptierte Zahlungsmittel.

E-Commerce-Richtlinie: Geklickt ist gleich gekauft

In der Vergangenheit haben unseriöse Händler versucht, den Verbraucher in eine Kostenfalle zu locken. Deshalb schreibt der Gesetzgeber nun vor, dass der Bestellbutton gut lesbar und richtig beschriftet sein soll. Entweder verwenden Sie "zahlungspflichtig bestellen" oder "kaufen". Der Verbraucher soll wissen, dass er mit einem Klick in sein Portemonnaie greifen muss. Doch das allein genügt nicht. Die Leute möchten auch wissen, was sie für ihr Geld bekommen – und zu welchen Konditionen. Weisen Sie also hin auf:

  • Die wesentlichen Eigenschaften der Ware.
  • Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).
  • Das Widerrufsrecht.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen können Sie zum Bestandteil von Online-Verträgen machen. Dazu müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen vor Vertragsschluss auf die Geltung der AGB hinweisen.
  • Der Verbraucher muss die AGB vollständig über die Website einsehen können.
  • Die AGB müssen auf Bildschirmen gut lesbar sein. Beachten Sie die Länge Ihrer AGB und denken Sie an Verbraucher, die mit dem Smartphone bestellen. Ein responsives Design erleichtert das Lesen auf mobilen Endgeräten.

Wichtige E-Commerce-Richtlinie: Das Widerrufsrecht

Das Widerrufsrecht ist im E-Commerce in allen EU-Staaten einheitlich geregelt. Der Verbraucher hat von einigen Ausnahmen abgesehen, 14 Tage Zeit, einen Fernabsatzvertrag ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Für Ihre Website und Ihren Online-Shop ist entscheidend, dass Sie den Verbraucher über das Bestehen oder Nichtbestehen des Widerrufsrechts informieren. Geben Sie auch über Bedingungen, Fristen und Verfahren Bescheid und weisen Sie auf das Muster-Widerrufsformular hin.

Im E-Commerce sind noch eine ganz Reihe weiterer Richtlinien und Gesetze zu beachten, etwa das Namens- und Markenrecht, das Urheber- und Geschmacksmusterrecht oder das Wettbewerbsrecht. Nun müssen Sie deshalb nicht gleich ein Jurastudium beginnen. Beachten Sie die genannten E-Commerce-Richtlinien und halten Sie sich über aktuelle Urteile auf dem Laufenden.

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E-Commerce-Richtlinien: Wissenswertes für Ihren Online-shop Wer online seine Produkte an den Mann bringt, sollte die wichtigesten E-Commerce-Richtlinien kennen. (© 2015 Stokkete/Shutterstock)

Der Online-Handel gewinnt an Bedeutung

Eine eigene Website ist heutzutage für jedes Unternehmen Pflicht. Egal, ob groß oder klein. Schließlich wollen Kunden Produkte online finden, vergleichen und natürlich kaufen. Was heißt das konkret? Sie sollten Ihren Kunden die Bestellung so einfach wie möglich machen. Das klappt am besten mit einem übersichtlichen und gut zu bedienenden Online-Shop.

Wer seine Waren und Dienste im Internet anbietet, muss sich dabei an geltendes Recht halten – wie in anderen Bereichen auch. Der E-Commerce ist noch recht jung, weshalb sich der rechtliche Rahmen fortwährend ändert. Ständig sind neue Gesetze und Urteile zu befolgen. Wir geben Ihnen einen Überblick, auf welche E-Commerce-Richtlinien es wirklich ankommt.

Welche Gesetze im E-Commerce zu beachten sind

Auch wenn viele das Internet als virtuellen Raum bezeichnen: Die allgemeinen Rechtsgrundlagen gelten selbstverständlich auch hier. Die wichtigsten sind:

  • Bürgerliches Gesetzbuch
  • Handelsgesetzbuch
  • Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen
  • Urheberrechtsgesetz
  • Verbraucherkreditrecht
  • Gewerbeordnung
  • Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb

Doch Sie ahnen es schon: Mit diesen Gesetzen ist es leider nicht getan. Im Online-Handel sind eine Reihe weiterer Vorschriften zu beachten, nämlich:

  • Telemediengesetz (TMG)
  • E-Commerce- und Fernabsatzrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB)
  • Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB) Art. 246 ff.
  • Signaturgesetz (SigG)
  • Preisangabenverordnung (PAngV)

Es zahlt sich aus, die Gesetze penibel zu beachten und aktuelle Urteile nachzulesen. Ansonsten flattert schnell mal eine Abmahnung ins Haus. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern oftmals auch teuer.

E-Commerce-Richtline: Vertrauen stärken durch Transparenz

Ein rechtlich einwandfreier Online-Shop steht und fällt mit einem korrekten Impressum.  Dabei müssen die Angaben nach dem Telemediengesetz sehr umfangreich sein. Dazu gehören unter anderem:

  • Der vollständige Vor- und Zuname.
  • Die postalische Anschrift.
  • E-Mail-Adresse, Telefon- und Faxnummer.
  • Bei juristischen Personen die Rechtsform.
  • Die Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (sofern vorhanden).

Das Impressum sollte übrigens nicht nur vollständig, sondern auch leicht zu finden sein. Denn je besser die Menschen Sie kennen, desto eher schließen sie einen Online-Kauf ab. Schließlich weiß jeder von uns gerne, mit wem er es zu tun hat. 

Noch eine wichtige E-Commerce-Richtlinie:  Können Verbraucher bei Ihnen über E-Mail, Telefon oder Fax bestellen, müssen Sie allen Informationspflichten des Telemediengesetzes nachkommen. Dies gilt auch, wenn Sie noch keinen Online-Shop haben.

Verträge online abschließen

Egal ob klassisch oder online: Ein Vertrag kommt erst dann zustande, wenn jemand ein Angebot annimmt. Nun gilt das Vorhandensein von Waren und Dienstleistungen in einem Online-Shop nicht unbedingt als Angebot. Es ist vielmehr so, dass Ihnen der Verbraucher erst durch die Bestellung ein Angebot macht.

Davon unabhängig müssen Sie den Verbraucher gemäß § 312d Absatz 1 BGB und Art 246a EGBGB aber vor der Bestellung informieren über:

  • anfallende Versandkosten,
  • die enthaltene Mehrwertsteuer,
  • das Bestehen oder Nichtbestehen eines Widerrufsrechts,
  • mögliche Lieferbeschränkungen und
  • akzeptierte Zahlungsmittel.

E-Commerce-Richtlinie: Geklickt ist gleich gekauft

In der Vergangenheit haben unseriöse Händler versucht, den Verbraucher in eine Kostenfalle zu locken. Deshalb schreibt der Gesetzgeber nun vor, dass der Bestellbutton gut lesbar und richtig beschriftet sein soll. Entweder verwenden Sie "zahlungspflichtig bestellen" oder "kaufen". Der Verbraucher soll wissen, dass er mit einem Klick in sein Portemonnaie greifen muss. Doch das allein genügt nicht. Die Leute möchten auch wissen, was sie für ihr Geld bekommen – und zu welchen Konditionen. Weisen Sie also hin auf:

  • Die wesentlichen Eigenschaften der Ware.
  • Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).
  • Das Widerrufsrecht.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen können Sie zum Bestandteil von Online-Verträgen machen. Dazu müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen vor Vertragsschluss auf die Geltung der AGB hinweisen.
  • Der Verbraucher muss die AGB vollständig über die Website einsehen können.
  • Die AGB müssen auf Bildschirmen gut lesbar sein. Beachten Sie die Länge Ihrer AGB und denken Sie an Verbraucher, die mit dem Smartphone bestellen. Ein responsives Design erleichtert das Lesen auf mobilen Endgeräten.

Wichtige E-Commerce-Richtlinie: Das Widerrufsrecht

Das Widerrufsrecht ist im E-Commerce in allen EU-Staaten einheitlich geregelt. Der Verbraucher hat von einigen Ausnahmen abgesehen, 14 Tage Zeit, einen Fernabsatzvertrag ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Für Ihre Website und Ihren Online-Shop ist entscheidend, dass Sie den Verbraucher über das Bestehen oder Nichtbestehen des Widerrufsrechts informieren. Geben Sie auch über Bedingungen, Fristen und Verfahren Bescheid und weisen Sie auf das Muster-Widerrufsformular hin.

Im E-Commerce sind noch eine ganz Reihe weiterer Richtlinien und Gesetze zu beachten, etwa das Namens- und Markenrecht, das Urheber- und Geschmacksmusterrecht oder das Wettbewerbsrecht. Nun müssen Sie deshalb nicht gleich ein Jurastudium beginnen. Beachten Sie die genannten E-Commerce-Richtlinien und halten Sie sich über aktuelle Urteile auf dem Laufenden.

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