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Eine Eröffnungsbilanz erstellen: 6 Fakten für GmbH und UG

Sie wollen eine GmbH oder UG gründen? Dann müssen Sie dafür eine Eröffnungsbilanz erstellen. Die ist gesetzlich vorgeschrieben und Grundlage für eine geordnete Buchführung. Es ist also wichtig, dass Sie wissen, was auf Sie zukommt.
Eine Eröffnungsbilanz erstellen: 6 Fakten für GmbH und UG Wer eine GmbH oder UG gründet, der muss eine Eröffnungsbilanz erstellen. (© 2016 pongsakorn chaina/Shutterstock)

Was ist eine Eröffnungsbilanz?

Wenn Sie eine Eröffnungsbilanz erstellen für Ihre UG (Unternehmergesellschaft) oder GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), dann haben Sie damit eine Aufstellung der Vermögens- und Kapitalverhältnisse Ihres Unternehmens in der Hand. Und zwar von Anfang an. Darin versammeln Sie beispielsweise die Gründungs- und Sacheinlagen der Gesellschafter.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine Form der Bilanz und ist dementsprechend in Kontoform in eine linke Aktivseite und eine rechte Passivseite aufgeteilt. Auf Ersterer steht die Mittelverwendung, auf Letzterer die Mittelherkunft. Die Mittelverwendung umfasst das Anlagevermögen (zum Beispiel Maschinen) sowie das Umlaufvermögen (zum Beispiel Vorräte). Unter Mittelherkunft fallen Verbindlichkeiten wie Eigenkapital und Fremdkapital, also Bankkredite und/oder -darlehen. Kurzum: Es gelten die gleichen Regeln wie bei einer Jahresbilanz.

Was gehört sonst noch hinein? Grundsätzlich:

  • der Unternehmensname
  • der Ort der Gründung
  • das Datum der Gründung
  • der Name/die Namen der Geschäftsführung
  • die Unterschrift der Geschäftsführung (siehe auch weiter unten)

Warum eine Eröffnungsbilanz erstellen?

Einfache Antwort: Weil Sie müssen. Eine Eröffnungsbilanz ist nämlich im Handelsgesetzbuch (HGB) vorgeschrieben (§ 242 HGB). Demnach sind Sie zu Beginn der Gründung Ihres Unternehmens oder eines Rumpfjahres zu einer Aufstellung gezwungen, aus der sowohl Vermögen als auch Schulden Ihres Betriebs hervorgehen. Das gilt übrigens auch, wenn Ihr Geschäft umgewandelt oder in eine Gesellschaft eingegliedert wird. Dann heißt es allerdings Übernahmebilanz und nicht Eröffnungsbilanz.

Diese Pflicht sollten Sie ernst nehmen. Wer ihr nicht nachkommt, der riskiert strafrechtliche Konsequenzen. Die Eröffnungsbilanz geht an das Finanzamt. Letztlich haben Sie aber auch etwas davon, wenn Sie eine Eröffnungsbilanz erstellen: die Grundlage für eine geordnete Buchführung.

Wann eine Eröffnungsbilanz erstellen?

Der Stichtag war lange nicht ganz klar. Mittlerweile hat der Bundesfinanzhof darüber entschieden. Demnach muss die Eröffnungsbilanz mit Aufnahme der Geschäftstätigkeit auf dem Tisch des Finanzamts liegen. Das heißt, zwischen der notariellen Beurkundung des Gesellschaftervertrags und der Eintragung in das Handelsregister. In diesem Stadium gilt das junge Unternehmen als Vor-GmbH.

Wer muss eine Eröffnungsbilanz erstellen?

In der Pflicht steht die Geschäftsführung der UG oder GmbH. Jedes Mitglied der Führungsriege hat die Eröffnungsbilanz zu unterschreiben. Wichtig: Die Signaturen müssen alle dasselbe Datum tragen.

Wie lang ist die Aufstellungsfrist

Hier gibt es (noch) keine gesetzliche Regelung. Stattdessen hat sich Folgendes bewährt. Nach der Eintragung in das Handelsregister sollten Sie spätesten binnen sechs Monaten die Eröffnungsbilanz erstellen. Diese Frist gilt in der Regel für UGs und kleinere GmbHs. AGs sowie mittlere bis große GmbHs haben mit drei Monaten nur halb so viel Zeit dafür.

Eröffnungsbilanz erstellen: Was kostet das?

Natürlich können Sie auf eigene Faust und in Verbindung mit einer Software eine Eröffnungsbilanz erstellen. Unter Umständen empfiehlt es sich eher, dafür einen Steuerberater anzuheuern. Dessen Honorar für diesen Job richtet sich nach der Vergütungsverordnung für Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften (Steuerberatervergütungsverordnung - StBVV). Demnach (§ 35 Abs. 1 Nr. 4) ist bei einer GmbH ein Gebührensatz von 5/10 bis 12/10 vorgesehen. Grundlage für die Berechnung ist die Bilanzsumme.

Beispiel: Bei einer GmbH mit einem Stammkapital von 25.000 Euro und einer mittleren Gebühr von 8/10 kommt ein Honorar in Höhe von rund 130 Euro zusammen.

Weiterführende Links:

  • Weitere Tipps zum Thema "Eröffnungsbilanz erstellen" finden Sie bei "iyotta".
  • Rein und wieder raus: Das Umlaufvermögen verbleibt nur kurze Zeit im Unternehmen. Seine Definition ist recht einfach, seine Einordnung hängt oft von der Branche ab.
  • Investieren, abschreiben, Steuern sparen – so einfach macht es Ihnen der Fiskus leider nicht. Je nachdem, wie Sie Ihre Abschreibung berechnen, fällt Ihre Steuerersparnis mal höher und mal geringer aus.
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Sie wollen eine GmbH oder UG gründen? Dann müssen Sie dafür eine Eröffnungsbilanz erstellen. Die ist gesetzlich vorgeschrieben und Grundlage für eine geordnete Buchführung. Es ist also wichtig, dass Sie wissen, was auf Sie zukommt.
Eine Eröffnungsbilanz erstellen: 6 Fakten für GmbH und UG Wer eine GmbH oder UG gründet, der muss eine Eröffnungsbilanz erstellen. (© 2016 pongsakorn chaina/Shutterstock)

Was ist eine Eröffnungsbilanz?

Wenn Sie eine Eröffnungsbilanz erstellen für Ihre UG (Unternehmergesellschaft) oder GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung), dann haben Sie damit eine Aufstellung der Vermögens- und Kapitalverhältnisse Ihres Unternehmens in der Hand. Und zwar von Anfang an. Darin versammeln Sie beispielsweise die Gründungs- und Sacheinlagen der Gesellschafter.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich dabei um eine Form der Bilanz und ist dementsprechend in Kontoform in eine linke Aktivseite und eine rechte Passivseite aufgeteilt. Auf Ersterer steht die Mittelverwendung, auf Letzterer die Mittelherkunft. Die Mittelverwendung umfasst das Anlagevermögen (zum Beispiel Maschinen) sowie das Umlaufvermögen (zum Beispiel Vorräte). Unter Mittelherkunft fallen Verbindlichkeiten wie Eigenkapital und Fremdkapital, also Bankkredite und/oder -darlehen. Kurzum: Es gelten die gleichen Regeln wie bei einer Jahresbilanz.

Was gehört sonst noch hinein? Grundsätzlich:

  • der Unternehmensname
  • der Ort der Gründung
  • das Datum der Gründung
  • der Name/die Namen der Geschäftsführung
  • die Unterschrift der Geschäftsführung (siehe auch weiter unten)

Warum eine Eröffnungsbilanz erstellen?

Einfache Antwort: Weil Sie müssen. Eine Eröffnungsbilanz ist nämlich im Handelsgesetzbuch (HGB) vorgeschrieben (§ 242 HGB). Demnach sind Sie zu Beginn der Gründung Ihres Unternehmens oder eines Rumpfjahres zu einer Aufstellung gezwungen, aus der sowohl Vermögen als auch Schulden Ihres Betriebs hervorgehen. Das gilt übrigens auch, wenn Ihr Geschäft umgewandelt oder in eine Gesellschaft eingegliedert wird. Dann heißt es allerdings Übernahmebilanz und nicht Eröffnungsbilanz.

Diese Pflicht sollten Sie ernst nehmen. Wer ihr nicht nachkommt, der riskiert strafrechtliche Konsequenzen. Die Eröffnungsbilanz geht an das Finanzamt. Letztlich haben Sie aber auch etwas davon, wenn Sie eine Eröffnungsbilanz erstellen: die Grundlage für eine geordnete Buchführung.

Wann eine Eröffnungsbilanz erstellen?

Der Stichtag war lange nicht ganz klar. Mittlerweile hat der Bundesfinanzhof darüber entschieden. Demnach muss die Eröffnungsbilanz mit Aufnahme der Geschäftstätigkeit auf dem Tisch des Finanzamts liegen. Das heißt, zwischen der notariellen Beurkundung des Gesellschaftervertrags und der Eintragung in das Handelsregister. In diesem Stadium gilt das junge Unternehmen als Vor-GmbH.

Wer muss eine Eröffnungsbilanz erstellen?

In der Pflicht steht die Geschäftsführung der UG oder GmbH. Jedes Mitglied der Führungsriege hat die Eröffnungsbilanz zu unterschreiben. Wichtig: Die Signaturen müssen alle dasselbe Datum tragen.

Wie lang ist die Aufstellungsfrist

Hier gibt es (noch) keine gesetzliche Regelung. Stattdessen hat sich Folgendes bewährt. Nach der Eintragung in das Handelsregister sollten Sie spätesten binnen sechs Monaten die Eröffnungsbilanz erstellen. Diese Frist gilt in der Regel für UGs und kleinere GmbHs. AGs sowie mittlere bis große GmbHs haben mit drei Monaten nur halb so viel Zeit dafür.

Eröffnungsbilanz erstellen: Was kostet das?

Natürlich können Sie auf eigene Faust und in Verbindung mit einer Software eine Eröffnungsbilanz erstellen. Unter Umständen empfiehlt es sich eher, dafür einen Steuerberater anzuheuern. Dessen Honorar für diesen Job richtet sich nach der Vergütungsverordnung für Steuerberater, Steuerbevollmächtigte und Steuerberatungsgesellschaften (Steuerberatervergütungsverordnung - StBVV). Demnach (§ 35 Abs. 1 Nr. 4) ist bei einer GmbH ein Gebührensatz von 5/10 bis 12/10 vorgesehen. Grundlage für die Berechnung ist die Bilanzsumme.

Beispiel: Bei einer GmbH mit einem Stammkapital von 25.000 Euro und einer mittleren Gebühr von 8/10 kommt ein Honorar in Höhe von rund 130 Euro zusammen.

Weiterführende Links:

  • Weitere Tipps zum Thema "Eröffnungsbilanz erstellen" finden Sie bei "iyotta".
  • Rein und wieder raus: Das Umlaufvermögen verbleibt nur kurze Zeit im Unternehmen. Seine Definition ist recht einfach, seine Einordnung hängt oft von der Branche ab.
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