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Firmeninsolvenzen: Chefs machen öfter Pleite als Chefinnen

Sind Männer die schlechteren Unternehmer? Fakt ist, dass sie 2015 doppelt so viele Firmeninsolvenzen in Deutschland hingelegt haben wie Frauen. Immerhin ist die Anzahl der Pleiten insgesamt um mehr als fünf Prozent zurückgegangen. Am meisten hat es kleine Betriebe getroffen.
Firmeninsolvenzen: Chefs machen öfter Pleite als Chefinnen Eine Analyse zeigt: Von Männern geführte Unternehmen melden öfter Firmeninsolvenzen an als von Frauen geleitete. (© 2016 wavebreakmedia/Shutterstock)

Männer sind öfter für Firmeninsolvenzen verantwortlich

Die Diskussion um Frauen in Führungspositionen hat die Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG auf eine Idee gebracht. Zum ersten Mal hat sie für ihre jährliche Analyse der Firmeninsolvenzen untersucht, welches Geschlecht häufiger ein Unternehmen in den Ruin getrieben hat. Das Resultat: Männer taten dies 2015 doppelt so oft wie Frauen. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass sich 85 von je 10.000 Unternehmen mit einem oder mehr männlichen Entscheidern zahlungsunfähig meldeten. Bei Betrieben mit einer weiblichen Führungsspitze kam das nur 42-mal vor. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei gemischt-geschlechtlich gesteuerten Firmen. Bei ihnen erwischte es 50 von 10.000. Unterm Strich saß bei 18.676 (80,5 Prozent) der insolventen Unternehmen nur ein Entscheider im Chefsessel.

Die Zahl der Pleiten geht stetig zurück

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 23.222 Firmeninsolvenzen. Das entspricht einem Minus von 5,4 Prozent im Vergleich zu 2014 mit 24.549 Fällen – und damit einem Trend. „Es ist der sechste Rückgang bei den Firmeninsolvenzen in Folge und der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999“, stellt Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin dazu fest. Verantwortlich dafür macht er die "günstigen Rahmenbedingungen" für deutsche Firmen, eine stabile Binnenkonjunktur und attraktive Finanzierungsbedingungen. Sellin prognostiziert: „Für das Jahr 2016 gehen wir von einem Rückgang um zwei Prozent aus und rechnen mit 22.700 Firmeninsolvenzen“.

NRW führt das Pleiten-Ranking an

Bürgels Erhebung nach gab es in Nordrhein-Westfalen die meisten Firmeninsolvenzen – sowohl nach relativen als auch absoluten Zahlen. 7.326 beziehungsweise 109 von je 10.000 Unternehmen mussten dort 2015 ihren finanziellen Zusammenbruch deklarieren. Auch in Bayern (3.017), Niedersachsen (1.973) und Baden-Württemberg (1.860) sind absolut gesehen viele Betriebe diesen Weg gegangen. Gemessen nach den relativen Werten (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) folgen auf Nordrhein-Westfalen Bremen (105 Pleiten), Berlin (95), und Hamburg (93). Die wenigsten Fälle wurden aus Baden-Württemberg (42),  Bayern (50) sowie Thüringen und Brandenburg (je 52) gemeldet.

Meistens strauchelten Unternehmen aus der Logistikbranche (138 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen), dem Baugewerbe (97) und dem Handel (78). Besser lief es für die Energiebranche (16) und das verarbeitende Gewerbe (45).

Besonders oft traf es kleine Unternehmen

In 80,1 Prozent der Firmeninsolvenzen erwischte es Unternehmen mit maximal fünf Mitarbeitern. Mit zunehmender Belegschaftsgröße sinkt das Pleitepotenzial. So hatten 8,7 Prozent der betroffenen Betriebe zwischen sechs und zehn Mitarbeiter. Mit 51 oder mehr Angestellten schwand der Anteil auf 2,8 Prozent.

Weiterführende Links:

  • Eine Firmeninsolvenz muss nicht das Ende für ein Unternehmen sein: Was tun in der Krise?
  • Manchmal muss man sich und sein Geschäft neu erfinden. Mit dem richtigen Turnaround Management haben das schon Viele geschafft.
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Firmeninsolvenzen: Chefs machen öfter Pleite als Chefinnen Eine Analyse zeigt: Von Männern geführte Unternehmen melden öfter Firmeninsolvenzen an als von Frauen geleitete. (© 2016 wavebreakmedia/Shutterstock)

Männer sind öfter für Firmeninsolvenzen verantwortlich

Die Diskussion um Frauen in Führungspositionen hat die Bürgel Wirtschaftsinformationen GmbH & Co. KG auf eine Idee gebracht. Zum ersten Mal hat sie für ihre jährliche Analyse der Firmeninsolvenzen untersucht, welches Geschlecht häufiger ein Unternehmen in den Ruin getrieben hat. Das Resultat: Männer taten dies 2015 doppelt so oft wie Frauen. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass sich 85 von je 10.000 Unternehmen mit einem oder mehr männlichen Entscheidern zahlungsunfähig meldeten. Bei Betrieben mit einer weiblichen Führungsspitze kam das nur 42-mal vor. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei gemischt-geschlechtlich gesteuerten Firmen. Bei ihnen erwischte es 50 von 10.000. Unterm Strich saß bei 18.676 (80,5 Prozent) der insolventen Unternehmen nur ein Entscheider im Chefsessel.

Die Zahl der Pleiten geht stetig zurück

Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 23.222 Firmeninsolvenzen. Das entspricht einem Minus von 5,4 Prozent im Vergleich zu 2014 mit 24.549 Fällen – und damit einem Trend. „Es ist der sechste Rückgang bei den Firmeninsolvenzen in Folge und der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999“, stellt Bürgel Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin dazu fest. Verantwortlich dafür macht er die "günstigen Rahmenbedingungen" für deutsche Firmen, eine stabile Binnenkonjunktur und attraktive Finanzierungsbedingungen. Sellin prognostiziert: „Für das Jahr 2016 gehen wir von einem Rückgang um zwei Prozent aus und rechnen mit 22.700 Firmeninsolvenzen“.

NRW führt das Pleiten-Ranking an

Bürgels Erhebung nach gab es in Nordrhein-Westfalen die meisten Firmeninsolvenzen – sowohl nach relativen als auch absoluten Zahlen. 7.326 beziehungsweise 109 von je 10.000 Unternehmen mussten dort 2015 ihren finanziellen Zusammenbruch deklarieren. Auch in Bayern (3.017), Niedersachsen (1.973) und Baden-Württemberg (1.860) sind absolut gesehen viele Betriebe diesen Weg gegangen. Gemessen nach den relativen Werten (Firmeninsolvenzen je 10.000 Unternehmen) folgen auf Nordrhein-Westfalen Bremen (105 Pleiten), Berlin (95), und Hamburg (93). Die wenigsten Fälle wurden aus Baden-Württemberg (42),  Bayern (50) sowie Thüringen und Brandenburg (je 52) gemeldet.

Meistens strauchelten Unternehmen aus der Logistikbranche (138 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen), dem Baugewerbe (97) und dem Handel (78). Besser lief es für die Energiebranche (16) und das verarbeitende Gewerbe (45).

Besonders oft traf es kleine Unternehmen

In 80,1 Prozent der Firmeninsolvenzen erwischte es Unternehmen mit maximal fünf Mitarbeitern. Mit zunehmender Belegschaftsgröße sinkt das Pleitepotenzial. So hatten 8,7 Prozent der betroffenen Betriebe zwischen sechs und zehn Mitarbeiter. Mit 51 oder mehr Angestellten schwand der Anteil auf 2,8 Prozent.

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  • Manchmal muss man sich und sein Geschäft neu erfinden. Mit dem richtigen Turnaround Management haben das schon Viele geschafft.
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