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Firmenwagen-Steuer: 3 Fakten für Unternehmer

Kilometergeld für einen Ferrari als Dienstgefährt abrechnen? Ja, das geht, aber ... Firmenwagen und Steuer, das ist eine nicht immer leicht zu durchschauende Kombination. Was ist zum Beispiel, wenn einer Ihrer Mitarbeiter in seiner Freizeit den Betriebs-Pkw schrottet und Sie aus Gefälligkeit den Schadensersatz komplett übernehmen? Hier die teils überraschenden Antworten.
Firmenwagen-Steuer: 3 Fakten für Unternehmer Für Firmenwagen gelten bei der Steuer viele Regelungen. Wir stellen Ihnen drei interessante Beispiele vor. (© 2016 VanderWolf Images/Shutterstock)

Grundsätzliches zur Firmenwagen-Steuer

Wer einen Firmenwagen hat, nutzt ihn mitunter auch regelmäßig privat. Oder gibt seinen Mitarbeitern dafür grünes Licht. Dann sind hinsichtlich der Steuer viele Regeln zu beachten. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber "Firmenwagen in Privatnutzung".

Fakt 1: Der Firmenwagen muss angemessen sein

Als Tierarzt mit einem Ferrari Spider als Firmenwagen Steuern sparen? Das klingt verlockend, ist aber nicht angemessen. Das Dienstgefährt muss nämlich zu Ertrag und wirtschaftlicher Situation eines Unternehmens passen. So hat es 2014 der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (AktenzeichenVIII R 20/12).

Demnach dürfe ein Sportwagen zwar grundsätzlich Bestandteil des Betriebsvermögens einer Tierarztpraxis sein. Seine Abzugsfähigkeit aber sei eingeschränkt, wenn die Kosten nicht angemessen sind. Es sei also zu klären, "ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer – ungeachtet seiner Freiheit, den Umfang seiner Erwerbsaufwendungen selbst bestimmen zu dürfen – angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen ebenfalls auf sich genommen haben würde“. Folgenden Fragen spielen dabei eine Rolle.

  • Wie groß ist das Unternehmen?
  • Wie hoch ist der längerfristige Umsatz?
  • Wie hoch ist der längerfristige Gewinn?
  • Welcher Repräsentationsaufand ist für den Geschäftserfolg notwendig?
  • Bestehen objektive Gründe für den Mehraufwand?

Der klagende Veterinär wollte für seinen flotten Firmenwagen bei der Steuer pro dienstlich gefahrenen Kilometer 14 Euro geltend machen. Diesen Anspruch hat der BFH auf zwei Euro gestutzt. Das entspräche der Praxis bei gängigen Oberklassemodellen.

Aber wann ist die angemessene Grenze für einen Firmenwagen überschritten? Dazu hat das Finanzgericht Nürnberg im Jahr 2008 diese Rechnung aufgemacht (Aktenzeichen IV 94/2006): Wenn Anschaffungskosten und Aufwendungen für das Fahrzeug 36 Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes verschlingen, dann könne von Angemessenheit keine Rede mehr sein.

Fakt 2: Wenn der Firmenwagen nicht privat genutzt wird

Wer einen Firmenwagen privat nutzen darf, muss dafür Steuern zahlen. Und zwar unabhängig davon, ob das Fahrzeug tatsächlich außerhalb der Arbeitszeit bewegt wird oder nicht. Grund: Die Überlassung gilt als geldwerter Vorteil. Betroffene Führungskräfte und sonstige Angestellte beispielsweise müssen also Lohnsteuer für den Wagen blechen.

Das bedeutet:

  • Wer einen Firmenwagen ausschließlich zu dienstlichen Zwecken bewegt, ist von der Steuer befreit.
  • Ausnahme: Der Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ist monatlich zu versteuern. Und zwar mit 0,03 Prozent vom Bruttolistenneupreis des Fahrzeugs. Dieser Wert wird multipliziert mit der Entfernung (Kilometer) zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern einen Firmenwagen stellen, der nur dienstlich gefahren werden darf, dann sollten Sie das auch ausdrücklich im jeweiligen Arbeitsvertrag festhalten. Nur durch dieses dokumentierte Privatnutzungsverbot kommen Ihre Untergebenen steuerlich davon.

Fakt 3: Crash mit dem Firmenwagen

Einer Ihrer Mitarbeiter ist erlaubterweise in seiner Freizeit mit dem Firmenwagen unterwegs und baut einen Unfall. Unangenehm, doch für Sie ist es Ehrensache, die Reparatur komplett zu bezahlen und auf bestehende Schadensersatzansprüche gegenüber Ihrem Angestellten zu verzichten. Fürwahr ein feiner Zug, aber nicht besonders clever. Jedenfalls, wenn Sie den Fahrer damit finanziell entlasten wollen. Das Finanzamt erachtet Ihr Zuvorkommen nämlich als zusätzlichen Arbeitslohn für ihn und damit als geldwerten Vorteil. In der Folge erhebt es darauf einmalig Lohnsteuer. Gut gemeint ist hier also nicht gut gemacht.

Bei Unfällen auf dienstlichen Fahrten ergibt sich folgende Lage.

  • Ist seitens Ihres Mitarbeiters Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit im Spiel, dann muss er ohnehin allein für den Schaden geradestehen.
  • War mittlere Fahrlässigkeit ursächlich, teilen Sie sich mit Ihrem Angestellten die Kosten.
  • Hat ihr Kollege nur gering fahrlässig gehandelt oder war er schuldlos an dem Unfall, so wird er gar nicht belangt.

Beteiligt sich Ihr Mitarbeiter am Schadensersatz für einen Unfall auf einer dienstlichen Fahrt, so kann er das als Werbungskosten anrechnen. Lehnen Sie hingegen eine finanzielle Beteiligung Ihres Angestellten ab, dann erlangt er dadurch keinen geldwerten Vorteil.

Weiterführende Links:

  • Akribisches Notieren abgespulter Kilometer lohnt sich auch für Unternehmer mit Firmenwagen. Unser Ratgeber gibt Tipps, wie Sie das Fahrtenbuch richtig führen.
  • Tanken en gros: Alles, was Sie über Flottenkarten wissen sollten.
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Firmenwagen-Steuer: 3 Fakten für Unternehmer Für Firmenwagen gelten bei der Steuer viele Regelungen. Wir stellen Ihnen drei interessante Beispiele vor. (© 2016 VanderWolf Images/Shutterstock)

Grundsätzliches zur Firmenwagen-Steuer

Wer einen Firmenwagen hat, nutzt ihn mitunter auch regelmäßig privat. Oder gibt seinen Mitarbeitern dafür grünes Licht. Dann sind hinsichtlich der Steuer viele Regeln zu beachten. Mehr dazu finden Sie in unserem Ratgeber "Firmenwagen in Privatnutzung".

Fakt 1: Der Firmenwagen muss angemessen sein

Als Tierarzt mit einem Ferrari Spider als Firmenwagen Steuern sparen? Das klingt verlockend, ist aber nicht angemessen. Das Dienstgefährt muss nämlich zu Ertrag und wirtschaftlicher Situation eines Unternehmens passen. So hat es 2014 der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (AktenzeichenVIII R 20/12).

Demnach dürfe ein Sportwagen zwar grundsätzlich Bestandteil des Betriebsvermögens einer Tierarztpraxis sein. Seine Abzugsfähigkeit aber sei eingeschränkt, wenn die Kosten nicht angemessen sind. Es sei also zu klären, "ob ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer – ungeachtet seiner Freiheit, den Umfang seiner Erwerbsaufwendungen selbst bestimmen zu dürfen – angesichts der erwarteten Vorteile und Kosten die Aufwendungen ebenfalls auf sich genommen haben würde“. Folgenden Fragen spielen dabei eine Rolle.

  • Wie groß ist das Unternehmen?
  • Wie hoch ist der längerfristige Umsatz?
  • Wie hoch ist der längerfristige Gewinn?
  • Welcher Repräsentationsaufand ist für den Geschäftserfolg notwendig?
  • Bestehen objektive Gründe für den Mehraufwand?

Der klagende Veterinär wollte für seinen flotten Firmenwagen bei der Steuer pro dienstlich gefahrenen Kilometer 14 Euro geltend machen. Diesen Anspruch hat der BFH auf zwei Euro gestutzt. Das entspräche der Praxis bei gängigen Oberklassemodellen.

Aber wann ist die angemessene Grenze für einen Firmenwagen überschritten? Dazu hat das Finanzgericht Nürnberg im Jahr 2008 diese Rechnung aufgemacht (Aktenzeichen IV 94/2006): Wenn Anschaffungskosten und Aufwendungen für das Fahrzeug 36 Prozent des jährlichen Gesamtumsatzes verschlingen, dann könne von Angemessenheit keine Rede mehr sein.

Fakt 2: Wenn der Firmenwagen nicht privat genutzt wird

Wer einen Firmenwagen privat nutzen darf, muss dafür Steuern zahlen. Und zwar unabhängig davon, ob das Fahrzeug tatsächlich außerhalb der Arbeitszeit bewegt wird oder nicht. Grund: Die Überlassung gilt als geldwerter Vorteil. Betroffene Führungskräfte und sonstige Angestellte beispielsweise müssen also Lohnsteuer für den Wagen blechen.

Das bedeutet:

  • Wer einen Firmenwagen ausschließlich zu dienstlichen Zwecken bewegt, ist von der Steuer befreit.
  • Ausnahme: Der Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ist monatlich zu versteuern. Und zwar mit 0,03 Prozent vom Bruttolistenneupreis des Fahrzeugs. Dieser Wert wird multipliziert mit der Entfernung (Kilometer) zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.

Wenn Sie Ihren Mitarbeitern einen Firmenwagen stellen, der nur dienstlich gefahren werden darf, dann sollten Sie das auch ausdrücklich im jeweiligen Arbeitsvertrag festhalten. Nur durch dieses dokumentierte Privatnutzungsverbot kommen Ihre Untergebenen steuerlich davon.

Fakt 3: Crash mit dem Firmenwagen

Einer Ihrer Mitarbeiter ist erlaubterweise in seiner Freizeit mit dem Firmenwagen unterwegs und baut einen Unfall. Unangenehm, doch für Sie ist es Ehrensache, die Reparatur komplett zu bezahlen und auf bestehende Schadensersatzansprüche gegenüber Ihrem Angestellten zu verzichten. Fürwahr ein feiner Zug, aber nicht besonders clever. Jedenfalls, wenn Sie den Fahrer damit finanziell entlasten wollen. Das Finanzamt erachtet Ihr Zuvorkommen nämlich als zusätzlichen Arbeitslohn für ihn und damit als geldwerten Vorteil. In der Folge erhebt es darauf einmalig Lohnsteuer. Gut gemeint ist hier also nicht gut gemacht.

Bei Unfällen auf dienstlichen Fahrten ergibt sich folgende Lage.

  • Ist seitens Ihres Mitarbeiters Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit im Spiel, dann muss er ohnehin allein für den Schaden geradestehen.
  • War mittlere Fahrlässigkeit ursächlich, teilen Sie sich mit Ihrem Angestellten die Kosten.
  • Hat ihr Kollege nur gering fahrlässig gehandelt oder war er schuldlos an dem Unfall, so wird er gar nicht belangt.

Beteiligt sich Ihr Mitarbeiter am Schadensersatz für einen Unfall auf einer dienstlichen Fahrt, so kann er das als Werbungskosten anrechnen. Lehnen Sie hingegen eine finanzielle Beteiligung Ihres Angestellten ab, dann erlangt er dadurch keinen geldwerten Vorteil.

Weiterführende Links:

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