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Lohnfortzahlung trotz fehlender Leistung? – Ihre Rechte

Mitarbeiter glänzen durch Abwesenheit und Sie zahlen ihnen trotzdem weiter Gehalt. Der Grund ist die gesetzliche Lohnfortzahlung. Doch ist sie in jedem Fall Pflicht? Was passiert zum Beispiel, wenn ein Kollege nach einem privaten Sportunfall ausfällt?
Lohnfortzahlung trotz fehlender Leistung? – Ihre Rechte Im Büro herrscht Leere. Ein Recht auf Lohnfortzahlung haben Mitarbeiter in den meisten Fällen dennoch. (© 2016 Iegor.S/Shutterstock)

Lohnfortzahlung, wenn…

Herr B. hat sich den Arm gebrochen, Frau S. heiratet und Frau W. muss ihr Kind zum Arzt bringen – derartige Ausfälle passieren. Doch wenn sie sich summieren, überlegt sich mancher Chef zweimal, ob er in jedem Fall den Lohn fortzahlen muss – denn: ohne Arbeitsleistung fließt kein Geld in seine Kasse. Im Gegenteil. Wie sieht die Rechtslage dazu aus?

Prinzipiell muss der Chef in vielen Fällen zahlen – und zwar, wenn:

  • ein Arzttermin nur während der Arbeitszeit wahrgenommen werden kann
  • ein Kollege wegen Krankheit arbeitsunfähig ist
  • ein gesetzlicher Feiertag ist
  • Ein Mitarbeiter aus persönlichen Gründen nicht arbeiten kann

Sie sind also dazu verpflichtet, auch nicht arbeitendem Personal Lohn zu zahlen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Nachfolgend die wichtigsten Regelungen im Detail.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Grundsätzlich hat Ihr Mitarbeiter im Krankheitsfall Anspruch auf eine Lohnfortzahlung – sofern er bereits seit vier Wochen im Betrieb tätig ist. Dann müssen Sie ihm bis zu sechs Wochen das Gehalt zahlen. Sie sind Kleinunternehmer? In dem Fall können Sie zumindest einen Teils des Lohns von der Krankenkasse erstatten lassen. Dafür müssen Sie einen entsprechenden Antrag stellen.

Anders sieht es aus, wenn Ihr Kollege seine Krankheit durch grob fahrlässiges Verhalten selbst verschuldet hat. Dann kann die Gehaltsfortzahlung schon einmal entfallen. Beispiel: Ihr Mitarbeiter fährt betrunken Auto und verletzt sich in der Folge bei einem Unfall.

Bei Sportunfällen hingegen steht das Recht auf Seiten der Arbeitnehmer. Ging etwa der Kick beim Kickboxen wortwörtlich ins Auge und der Mitarbeiter fehlt daraufhin, müssen Sie ihm seinen Lohn zahlen.

Lohnfortzahlung trotz persönlicher Verhinderung?

Ihr Mitarbeiter hat einen dringenden Arzttermin und kann ihn nur während der Arbeitszeit wahrnehmen. Ein anderer heiratet und bleibt deshalb der Arbeit fern. Auch wenn persönliche Gründe für das Fehlen Ihrer Kollegen verantwortlich sind, müssen Sie das normale Gehalt zahlen. Ebenso in folgenden Fällen:

  • Geburt eines Kindes
  • Erkrankung eines Kindes
  • Pflege naher Angehöriger
  • Sterbefall eines nahen Angehörigen
  • Zeugenaussage vor Gericht

Wenn Ihre Untergebenen hingegen wegen eines Busstreiks oder nicht passierbarer Straßen der Arbeit fernbleiben, steht das Recht auf Ihrer Seite. Sie müssen also für die Zeitspanne des Fehlens kein Gehalt zahlen.

Tipp: Sie können im Arbeitsvertrag festhalten, dass die Lohnfortzahlung gemäß § 616 Satz 1 BGB im Falle des Fehlens aus persönlichen Gründen entfällt. Verankern Sie gegebenenfalls konkrete Regelungen im Vertrag, etwa dass bei einem Todesfall der Mitarbeiter eine bestimmte Zeit bezahlt freigestellt wird.

Lohnfortzahlung an Feiertagen

Die Arbeit fällt wegen eines  Feiertages aus. Müssen Sie Ihre Mitarbeiter dennoch entlohnen? Ja. Allerdings bezieht sich die Regelung nur auf gesetzliche Feiertage, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Übrigens: Heiligabend und Silvester sind keine gesetzlichen Feiertage. Muss Ihre Belegschaft zu dieser Zeit nicht arbeiten, dann sind Sie nicht dazu verpflichtet, ein Feiertagsgehalt zu zahlen.

Keinen Anspruch auf ein Feiertagsgehalt haben Mitarbeiter, die am letzten Arbeitstag vor oder am ersten Arbeitstag nach einem Feiertag unentschuldigt fehlen.

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Lohnfortzahlung trotz fehlender Leistung? – Ihre Rechte Im Büro herrscht Leere. Ein Recht auf Lohnfortzahlung haben Mitarbeiter in den meisten Fällen dennoch. (© 2016 Iegor.S/Shutterstock)

Lohnfortzahlung, wenn…

Herr B. hat sich den Arm gebrochen, Frau S. heiratet und Frau W. muss ihr Kind zum Arzt bringen – derartige Ausfälle passieren. Doch wenn sie sich summieren, überlegt sich mancher Chef zweimal, ob er in jedem Fall den Lohn fortzahlen muss – denn: ohne Arbeitsleistung fließt kein Geld in seine Kasse. Im Gegenteil. Wie sieht die Rechtslage dazu aus?

Prinzipiell muss der Chef in vielen Fällen zahlen – und zwar, wenn:

  • ein Arzttermin nur während der Arbeitszeit wahrgenommen werden kann
  • ein Kollege wegen Krankheit arbeitsunfähig ist
  • ein gesetzlicher Feiertag ist
  • Ein Mitarbeiter aus persönlichen Gründen nicht arbeiten kann

Sie sind also dazu verpflichtet, auch nicht arbeitendem Personal Lohn zu zahlen. Allerdings gibt es Ausnahmen. Nachfolgend die wichtigsten Regelungen im Detail.

Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Grundsätzlich hat Ihr Mitarbeiter im Krankheitsfall Anspruch auf eine Lohnfortzahlung – sofern er bereits seit vier Wochen im Betrieb tätig ist. Dann müssen Sie ihm bis zu sechs Wochen das Gehalt zahlen. Sie sind Kleinunternehmer? In dem Fall können Sie zumindest einen Teils des Lohns von der Krankenkasse erstatten lassen. Dafür müssen Sie einen entsprechenden Antrag stellen.

Anders sieht es aus, wenn Ihr Kollege seine Krankheit durch grob fahrlässiges Verhalten selbst verschuldet hat. Dann kann die Gehaltsfortzahlung schon einmal entfallen. Beispiel: Ihr Mitarbeiter fährt betrunken Auto und verletzt sich in der Folge bei einem Unfall.

Bei Sportunfällen hingegen steht das Recht auf Seiten der Arbeitnehmer. Ging etwa der Kick beim Kickboxen wortwörtlich ins Auge und der Mitarbeiter fehlt daraufhin, müssen Sie ihm seinen Lohn zahlen.

Lohnfortzahlung trotz persönlicher Verhinderung?

Ihr Mitarbeiter hat einen dringenden Arzttermin und kann ihn nur während der Arbeitszeit wahrnehmen. Ein anderer heiratet und bleibt deshalb der Arbeit fern. Auch wenn persönliche Gründe für das Fehlen Ihrer Kollegen verantwortlich sind, müssen Sie das normale Gehalt zahlen. Ebenso in folgenden Fällen:

  • Geburt eines Kindes
  • Erkrankung eines Kindes
  • Pflege naher Angehöriger
  • Sterbefall eines nahen Angehörigen
  • Zeugenaussage vor Gericht

Wenn Ihre Untergebenen hingegen wegen eines Busstreiks oder nicht passierbarer Straßen der Arbeit fernbleiben, steht das Recht auf Ihrer Seite. Sie müssen also für die Zeitspanne des Fehlens kein Gehalt zahlen.

Tipp: Sie können im Arbeitsvertrag festhalten, dass die Lohnfortzahlung gemäß § 616 Satz 1 BGB im Falle des Fehlens aus persönlichen Gründen entfällt. Verankern Sie gegebenenfalls konkrete Regelungen im Vertrag, etwa dass bei einem Todesfall der Mitarbeiter eine bestimmte Zeit bezahlt freigestellt wird.

Lohnfortzahlung an Feiertagen

Die Arbeit fällt wegen eines  Feiertages aus. Müssen Sie Ihre Mitarbeiter dennoch entlohnen? Ja. Allerdings bezieht sich die Regelung nur auf gesetzliche Feiertage, die von Bundesland zu Bundesland variieren. Übrigens: Heiligabend und Silvester sind keine gesetzlichen Feiertage. Muss Ihre Belegschaft zu dieser Zeit nicht arbeiten, dann sind Sie nicht dazu verpflichtet, ein Feiertagsgehalt zu zahlen.

Keinen Anspruch auf ein Feiertagsgehalt haben Mitarbeiter, die am letzten Arbeitstag vor oder am ersten Arbeitstag nach einem Feiertag unentschuldigt fehlen.

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