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NDA: Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter

Der Verrat von betrieblichen Interna kann Ihr gesamtes Unternehmen vernichten. Eine Geheimhaltungsvereinbarung – auch NDA genannt – für Mitarbeiter kann das verhindern. Darin legen Sie fest, welche Informationen keinesfalls weitergegeben werden dürfen. Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Strafen.
NDA: Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter Eine Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter, kurz NDA, schreckt vor dem Verrat kostbarer Betriebsinterna ab. (© 2016 PlusONE/Shutterstock)

Warum eine Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter?

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass niemand aus Ihrer Belegschaft Interna und wichtige Unternehmensdaten in der Öffentlichkeit oder gar Konkurrenten gegenüber ausplaudert oder anderweitig weitergibt. Und das ist es auch: Jeder Ihrer Kollegen und Untergebenen ist praktisch mit seinem Dienstantritt von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse  Stillschweigen zu bewahren.

Diese Regelung reicht Ihnen nicht, weil sie Ihnen zu allgemein und damit zu schwammig formuliert ist? Oder Sie wollen ganz spezielle Informationen schützen? Dann setzen Sie eine nachvertragliche Geheimhaltungsvereinbarung für Ihre Mitarbeiter auf. Darin legen Sie bei Bedarf haarklein fest, wer was gegenüber wem nicht äußern darf. Und was bei einem Verstoß dagegen passiert. Diese schriftliche Vereinbarung ist auch unter ihrer englischen Bezeichnung NDA (Non-Disclosure-Agreement) bekannt.

Was gehört in eine Geheimhaltungsvereinbarung?

Bevor Sie damit loslegen, sollten Sie allerdings wissen, was der Gegenstand einer solchen Verschwiegenheitserklärung ist. Dazu zählt grundsätzlich alles, was niemand außerhalb Ihres Unternehmens wissen soll. Was letztlich in die Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter kommt, ist natürlich ihre Sache. Das können sein:

  • Rezepte,
  • Baupläne,
  • Angaben zu Ihrer strategischen beziehungsweise taktischen Ausrichtung,
  • Kundendaten,
  • Preiskalkulationen,
  • Umsatzzahlen,
  • Patent-Informationen,
  • finanzielle Daten oder
  • Einzelheiten über technische oder sonstige Verfahren.

Sie haben auch das Mittel eines Wettbewerbsverbots. Damit hindern Sie einen Mitarbeiter daran, nach seinem Ausscheiden aus Ihrer Firma innerhalb einer bestimmten Frist zu einem Konkurrenzunternehmen zu wechseln. In dieser Zeit, beispielsweise zwei Jahre, müssen Sie dem betreffenden Kollegen allerdings mindestens die Hälfte seines bisherigen Gehalts zahlen. Ob er und sein Wissen Ihnen das wert ist, sollten Sie im Einzelfall mit sich ausmachen.

Wie formulieren Sie eine NDA?

Kurze Antwort: Möglichst genau. Längere Antwort: Legen Sie den Gegenstand und das vorgeschriebene Verhalten der Mitarbeiter eindeutig fest. Zum Beispiel verfügen Sie, dass ...

  • ... alle betrieblichen Angelegenheiten, mit denen ein Mitglied Ihrer Belegschaft im Rahmen seiner Arbeit in Kontakt kommt, der Geheimhaltung unterliegen.
  • ... nur ganz bestimmte Fakten und Daten nicht weitergegeben werden dürfen.
  • ... das Stillschweigen nicht nur unternehmensfremden, sondern auch internen Personen gegenüber gilt.
  • ... die Geheimhaltungsvereinbarung auch noch nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses wirksam ist.
  • ... ein scheidender Mitarbeiter für seinen neuen Arbeitgeber keinen Ihrer Kunden abwerben darf.

Muster für NDA finden Sie im Internet, zum Beispiel bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main.

Wichtig: In den Vertrag gehören nur Klauseln, die tatsächlich Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse betreffen. Außerdem dürfen die Regelungen die Mitarbeiter nicht in ihrer Tätigkeit beziehungsweise ihrer Handlungs- und Betätigungsfreiheit einschränken.

Strafen bei Zuwiderhandlung

Grundsätzlich sind hier zwei Varianten von Sanktionen zu unterscheiden. Zum einen sind das die gesetzlichen Strafen, die sich grundsätzlich aus einem Arbeitsvertrag ergeben. Zum anderen geht es um jene, die Sie in Ihrer zusätzlichen Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter festlegen.

Gesetzliche Sanktionen: Wer Unternehmensgeheimnisse verrät oder den Versuch dazu unternimmt, der macht sich laut Strafgesetzbuch und nach dem Wettbewerbsgesetz strafbar. Die Konsequenzen können drastisch ausfallen: Es drohen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

Vertragsstrafe bei Verstoß gegen eine NDA: Gesetzliche Regelungen gibt es hier nicht. Das heißt, Sie legen selbst in der Geheimhaltungsvereinbarung fest, welche Folgen deren Verletzung nach sich zieht. Was kann das sein? Zum Beispiel:

  • Hohe Geldstrafen
  • Abmahnungen
  • Fristlose Kündigung

Voraussetzung ist, dass tatsächlich eine unbefugte Weitergabe von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen vorliegt. Ist das der Fall, so kommt die Strafe aus der NDA zu der gesetzlichen hinzu – sofern ein entsprechender Antrag den Behörden vorliegt.

Bei der Festlegung der Sanktionen ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren. So kommt ein Rausschmiss nur infrage, wenn der Verstoß diesen rechtfertigt. Und eine Geldstrafe sollte nicht höher als ein Monatsgehalt ausfallen. Ist die Strafe unangemessen, so kann sie ein Gericht für unwirksam erklären.

Weiterführende Links:

  • Mitarbeiter glänzen durch Abwesenheit und Sie zahlen ihnen trotzdem weiter Gehalt. Der Grund ist die gesetzliche Lohnfortzahlung. Doch ist sie in jedem Fall Pflicht?
  • Einen Stellvertreter zu benennen ist Vertrauenssache. Weniger klar ist, wie eine entsprechende Befugnis aussieht. Viele fragen sich daher: Wie schreibe ich eine Vollmacht?
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NDA: Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter

Der Verrat von betrieblichen Interna kann Ihr gesamtes Unternehmen vernichten. Eine Geheimhaltungsvereinbarung – auch NDA genannt – für Mitarbeiter kann das verhindern. Darin legen Sie fest, welche Informationen keinesfalls weitergegeben werden dürfen. Wer sich nicht daran hält, riskiert empfindliche Strafen.
NDA: Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter Eine Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter, kurz NDA, schreckt vor dem Verrat kostbarer Betriebsinterna ab. (© 2016 PlusONE/Shutterstock)

Warum eine Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter?

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass niemand aus Ihrer Belegschaft Interna und wichtige Unternehmensdaten in der Öffentlichkeit oder gar Konkurrenten gegenüber ausplaudert oder anderweitig weitergibt. Und das ist es auch: Jeder Ihrer Kollegen und Untergebenen ist praktisch mit seinem Dienstantritt von Gesetzes wegen dazu verpflichtet, über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse  Stillschweigen zu bewahren.

Diese Regelung reicht Ihnen nicht, weil sie Ihnen zu allgemein und damit zu schwammig formuliert ist? Oder Sie wollen ganz spezielle Informationen schützen? Dann setzen Sie eine nachvertragliche Geheimhaltungsvereinbarung für Ihre Mitarbeiter auf. Darin legen Sie bei Bedarf haarklein fest, wer was gegenüber wem nicht äußern darf. Und was bei einem Verstoß dagegen passiert. Diese schriftliche Vereinbarung ist auch unter ihrer englischen Bezeichnung NDA (Non-Disclosure-Agreement) bekannt.

Was gehört in eine Geheimhaltungsvereinbarung?

Bevor Sie damit loslegen, sollten Sie allerdings wissen, was der Gegenstand einer solchen Verschwiegenheitserklärung ist. Dazu zählt grundsätzlich alles, was niemand außerhalb Ihres Unternehmens wissen soll. Was letztlich in die Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter kommt, ist natürlich ihre Sache. Das können sein:

  • Rezepte,
  • Baupläne,
  • Angaben zu Ihrer strategischen beziehungsweise taktischen Ausrichtung,
  • Kundendaten,
  • Preiskalkulationen,
  • Umsatzzahlen,
  • Patent-Informationen,
  • finanzielle Daten oder
  • Einzelheiten über technische oder sonstige Verfahren.

Sie haben auch das Mittel eines Wettbewerbsverbots. Damit hindern Sie einen Mitarbeiter daran, nach seinem Ausscheiden aus Ihrer Firma innerhalb einer bestimmten Frist zu einem Konkurrenzunternehmen zu wechseln. In dieser Zeit, beispielsweise zwei Jahre, müssen Sie dem betreffenden Kollegen allerdings mindestens die Hälfte seines bisherigen Gehalts zahlen. Ob er und sein Wissen Ihnen das wert ist, sollten Sie im Einzelfall mit sich ausmachen.

Wie formulieren Sie eine NDA?

Kurze Antwort: Möglichst genau. Längere Antwort: Legen Sie den Gegenstand und das vorgeschriebene Verhalten der Mitarbeiter eindeutig fest. Zum Beispiel verfügen Sie, dass ...

  • ... alle betrieblichen Angelegenheiten, mit denen ein Mitglied Ihrer Belegschaft im Rahmen seiner Arbeit in Kontakt kommt, der Geheimhaltung unterliegen.
  • ... nur ganz bestimmte Fakten und Daten nicht weitergegeben werden dürfen.
  • ... das Stillschweigen nicht nur unternehmensfremden, sondern auch internen Personen gegenüber gilt.
  • ... die Geheimhaltungsvereinbarung auch noch nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses wirksam ist.
  • ... ein scheidender Mitarbeiter für seinen neuen Arbeitgeber keinen Ihrer Kunden abwerben darf.

Muster für NDA finden Sie im Internet, zum Beispiel bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main.

Wichtig: In den Vertrag gehören nur Klauseln, die tatsächlich Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse betreffen. Außerdem dürfen die Regelungen die Mitarbeiter nicht in ihrer Tätigkeit beziehungsweise ihrer Handlungs- und Betätigungsfreiheit einschränken.

Strafen bei Zuwiderhandlung

Grundsätzlich sind hier zwei Varianten von Sanktionen zu unterscheiden. Zum einen sind das die gesetzlichen Strafen, die sich grundsätzlich aus einem Arbeitsvertrag ergeben. Zum anderen geht es um jene, die Sie in Ihrer zusätzlichen Geheimhaltungsvereinbarung für Mitarbeiter festlegen.

Gesetzliche Sanktionen: Wer Unternehmensgeheimnisse verrät oder den Versuch dazu unternimmt, der macht sich laut Strafgesetzbuch und nach dem Wettbewerbsgesetz strafbar. Die Konsequenzen können drastisch ausfallen: Es drohen Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren.

Vertragsstrafe bei Verstoß gegen eine NDA: Gesetzliche Regelungen gibt es hier nicht. Das heißt, Sie legen selbst in der Geheimhaltungsvereinbarung fest, welche Folgen deren Verletzung nach sich zieht. Was kann das sein? Zum Beispiel:

  • Hohe Geldstrafen
  • Abmahnungen
  • Fristlose Kündigung

Voraussetzung ist, dass tatsächlich eine unbefugte Weitergabe von Betriebs- oder Geschäftsgeheimnissen vorliegt. Ist das der Fall, so kommt die Strafe aus der NDA zu der gesetzlichen hinzu – sofern ein entsprechender Antrag den Behörden vorliegt.

Bei der Festlegung der Sanktionen ist die Verhältnismäßigkeit zu wahren. So kommt ein Rausschmiss nur infrage, wenn der Verstoß diesen rechtfertigt. Und eine Geldstrafe sollte nicht höher als ein Monatsgehalt ausfallen. Ist die Strafe unangemessen, so kann sie ein Gericht für unwirksam erklären.

Weiterführende Links:

  • Mitarbeiter glänzen durch Abwesenheit und Sie zahlen ihnen trotzdem weiter Gehalt. Der Grund ist die gesetzliche Lohnfortzahlung. Doch ist sie in jedem Fall Pflicht?
  • Einen Stellvertreter zu benennen ist Vertrauenssache. Weniger klar ist, wie eine entsprechende Befugnis aussieht. Viele fragen sich daher: Wie schreibe ich eine Vollmacht?
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