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Preisnachlass bei Schnellzahlern: Richtig Skonto berechnen

Was ist besser: Schnell zahlen und Skonto ziehen oder das Zahlungsziel ausschöpfen? Für die Antwort müssen Sie den Skonto berechnen sowie bewerten, welche Vorteile er Ihnen bringt. Denn nicht immer ist günstig auch sinnvoll.
Preisnachlass bei Schnellzahlern: Richtig Skonto berechnen Skonto berechnen: Beide Seiten können damit Geld und Zeit sparen. Doch nicht in jedem Fall ist so ein Preisnachlass empfehlenswert. (© 2015 Andrey_Popov/Shutterstock)

Wie Sie Skonto berechnen

Zeit ist Geld – das gilt ganz besonders beim Skonto. Das Prinzip: Wer seine Rechnungen schnell begleicht, wird mit einem Preisnachlass belohnt. Natürlich nur, wenn eine Skontovereinbarung existiert. Ob Sie als Rechnungsaussteller Skonto berechnen, liegt allein in Ihrem Ermessen. Steht nichts von der Vergünstigung in Ihrer Liquidation, dann gibt es auch für Schnellzahler keinen Preisnachlass. Ergo wird für Ihre Lieferung die volle Bruttosumme ohne Abzug fällig. Ihr Schuldner hat also keinen Anspruch darauf, dass Sie Skonto gewähren.

Allerdings sind in den meisten Branchen Skontovereinbarungen üblich. Gewöhnlich beziehen diese sich auf den Bruttobetrag, also die Rechnungssumme inklusive Umsatzsteuer. Die Regel ist ein prozentualer Abschlag zwischen einem und fünf Prozent – wenn der Kunde das Zahlungsziel nicht ausschöpft. Ein Beispiel:

  • Sie stellen Ihrem Kunden eine Rechnung über 5.000 Euro brutto.
  • Zahlungsziel sind 20 Tage.
  • Sie gewähren drei Prozent Skonto für den Fall, dass er die Rechnung binnen sieben Tagen begleicht.

Zahlt Ihr Kunde innerhalb der Skontofrist, so erhält er 150 Euro Preisnachlass – und überweist Ihnen nur 4.850 Euro.

Skonto hilft Kunden und Lieferanten

Darüber freut sich Ihr Kunde. Doch was springt für Sie als Lieferant dabei heraus? Grundsätzlich bedeutet der Abschlag eine geringere Einnahme zu Ihren Lasten. Trotzdem kann es von Vorteil sein, wenn Sie Skonto berechnen. Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Sie kommen überpünktlich an Ihr Geld. Das sichert Ihrem Unternehmen Liquidität, falls Sie gerade knapp bei Kasse sind.
  • Das Risiko des Zahlungsausfalls ist nach wenigen Tagen gebannt.
  • Ihr bürokratischer Aufwand sinkt. Wenn der Schuldner schnell zahlt, sparen Sie sich Arbeitszeit für Zahlungserinnerungen oder Mahnungen.
  • Kleine Preisnachlässe stärken die Geschäftsbeziehung. Skonto berechnen ist gut für die Kundenbindung.

Allerdings muss der Preisnachlass für Sie wirtschaftlich vertretbar und in Ihrer Preiskalkulation enthalten sein. Andernfalls ist es für Ihr Unternehmen finanziell riskant, wenn Sie Skonto berechnen.

Gerade Barzahler sind als Kunden sehr interessant. Denn niemand begleicht Rechnungen schneller – nämlich sofort. Das macht sie zu perfekten Geschäftspartnern, weil sich für Sie als Lieferant das Zahlungsausfallrisiko auf null reduziert. Darum ist es sinnvoll, wenn Sie auch Barzahlern Rabatt beziehungsweise Skonto gewähren.

Skonto berechnen: Für Schuldner nicht immer der günstigste Weg

Rollentausch: Sind Sie der Schuldner, dann liegen die Vorteile einer Skontovereinbarung auf der Hand. Durch den Preisnachlass reduzieren sich Ihre Kosten. Das bedeutet einen höheren Gewinn. Oder Sie geben den Kostenvorteil ganz oder teilweise an Ihre Kunden weiter und stärken so Ihre Position im Wettbewerb.

Doch ganz so einfach ist es nicht immer: Meist ist es zwar auf den ersten Blick sehr verlockend, Skonto zu ziehen und auf das Angebot des Lieferanten einzugehen. Zuvor sollten Sie aber prüfen, ob es wirklich sinnvoll ist, schnell zu zahlen und den Preisnachlass mitzunehmen.

Oberstes Gebot: Die Skontierung darf Ihre Liquidität nicht gefährden. Und Sie müssen zwei weitere grundsätzliche Dinge beachten:

  • Bezahlen Sie die Rechnung auf Pump, dann muss die Ersparnis durch den Skontoabzug größer sein als Ihre Zinsaufwendungen für den Kontokorrentkredit.
  • Bezahlen Sie die Rechnung mit Guthaben, muss der Preisnachlass durch den Skonto mehr abwerfen als Ihr Guthaben an Zinsen.

Hier lohnt es sich, Skonto zu ziehen ...

Beispiel: Sie erhalten eine Rechnung über 50.000 Euro brutto. Für die Zahlung räumt Ihnen Ihr Geschäftspartner einen Lieferantenkredit von 30 Tagen ein. Das bedeutet, die Rechnung wird erst in 30 Tagen fällig. Bis dahin fallen für Sie keinerlei Kosten wie Zinsen oder Mahngebühren an.

Gleichzeitig bietet Ihnen der Lieferant drei Prozent Skonto für den Fall, dass Sie binnen zehn Tagen zahlen, also 20 Tage vor dem Zahlungsziel. Macht für Sie 1.500 Euro Preisnachlass – und einen auf 48.500 Euro geschrumpften Zahlbetrag.

Zahlen Sie auf Pump, also per Kontokorrentkredit, so müssen Sie die Sollzinsen für 20 Tage mit dem Preisnachlass verrechnen. Bei einem Kreditzins von 12,5 Prozent pro Jahr werden für 48.500 Euro in 20 Tagen 337 Euro Sollzinsen fällig. Verrechnen Sie diese Summe mit Ihren 1.500 Euro Preisnachlass, haben Sie unterm Strich 1.163 Euro gespart.

Zahlen Sie mit vorhandenen Barmitteln, entgehen Ihnen mit der Zahlung Guthabenzinsen. Bei einem Guthabenzins von zwei Prozent wären das innerhalb von 20 Tagen knapp 54 Euro. Bleibt ein Skontovorteil von 1.446 Euro.

Lieferantenkredit schlägt Skonto

Doch Skontieren bringt nicht immer Vorteile. Beispiel: Ein Dienstleister stellt Ihnen 1.000 Euro mit einem Zahlungsziel von 60 Tagen in Rechnung. Begleichen Sie die Forderung binnen fünf Tagen, winkt ein Prozent Skonto. Ihre Ersparnis als Schnellzahler beträgt zehn Euro.

Nutzen Sie für die Zahlung Ihren Kontokorrentkredit, kostet Sie dies bei 12,5 Prozent Zinsen 21 Euro. Folglich nutzen Sie besser den Lieferantenkredit aus und skontieren nicht. Ansonsten zahlen Sie drauf, wenn auch in diesem Beispiel nur elf Euro. Bei größeren Rechnungssummen wird ein Fehler beim Skonto natürlich deutlich schmerzhafter für Sie. Darum berechnen Sie Skonto immer!

Die beiden Beispiele zeigen, dass sich Skonto für den Schuldner tendenziell lohnt, wenn...

  • ... der Skontosatz hoch ist.
  • ... nur wenige Tage zwischen Ablauf der Skontofrist und dem Zahlungsziel liegen.
  • ... der Zinssatz für den Kontokorrentkredit bei Zahlung mit Fremdmitteln hoch ist.
  • ... der Guthabenzins bei Zahlung aus Barmitteln niedrig ist.

Fazit: Wenn Sie Skonto berechnen, dann werden Sie feststellen, dass es sich meist lohnt, Rechnungen innerhalb der Skontofrist zu begleichen. In der Regel ist es sogar günstiger, dafür die Kreditlinie der Hausbank in Anspruch zu nehmen, als den Lieferantenkredit bis zum Zahlungsziel auszureizen. Wer Rechnungen trotz Skontovereinbarung auf den letzten Drücker begleicht, zahlt fast immer drauf.

Weiterführende Links:

  • Diese Zusammenstellung von Formeln hilft Ihnen bei der Beurteilung, ob es vorteilhaft für Sie ist, Skonto zu ziehen.
  • Welche Auswirkungen der Skonto auf die Berechnung der Umsatzsteuer hat, lesen Sie im "Gründerlexikon".
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Preisnachlass bei Schnellzahlern: Richtig Skonto berechnen

Was ist besser: Schnell zahlen und Skonto ziehen oder das Zahlungsziel ausschöpfen? Für die Antwort müssen Sie den Skonto berechnen sowie bewerten, welche Vorteile er Ihnen bringt. Denn nicht immer ist günstig auch sinnvoll.
Preisnachlass bei Schnellzahlern: Richtig Skonto berechnen Skonto berechnen: Beide Seiten können damit Geld und Zeit sparen. Doch nicht in jedem Fall ist so ein Preisnachlass empfehlenswert. (© 2015 Andrey_Popov/Shutterstock)

Wie Sie Skonto berechnen

Zeit ist Geld – das gilt ganz besonders beim Skonto. Das Prinzip: Wer seine Rechnungen schnell begleicht, wird mit einem Preisnachlass belohnt. Natürlich nur, wenn eine Skontovereinbarung existiert. Ob Sie als Rechnungsaussteller Skonto berechnen, liegt allein in Ihrem Ermessen. Steht nichts von der Vergünstigung in Ihrer Liquidation, dann gibt es auch für Schnellzahler keinen Preisnachlass. Ergo wird für Ihre Lieferung die volle Bruttosumme ohne Abzug fällig. Ihr Schuldner hat also keinen Anspruch darauf, dass Sie Skonto gewähren.

Allerdings sind in den meisten Branchen Skontovereinbarungen üblich. Gewöhnlich beziehen diese sich auf den Bruttobetrag, also die Rechnungssumme inklusive Umsatzsteuer. Die Regel ist ein prozentualer Abschlag zwischen einem und fünf Prozent – wenn der Kunde das Zahlungsziel nicht ausschöpft. Ein Beispiel:

  • Sie stellen Ihrem Kunden eine Rechnung über 5.000 Euro brutto.
  • Zahlungsziel sind 20 Tage.
  • Sie gewähren drei Prozent Skonto für den Fall, dass er die Rechnung binnen sieben Tagen begleicht.

Zahlt Ihr Kunde innerhalb der Skontofrist, so erhält er 150 Euro Preisnachlass – und überweist Ihnen nur 4.850 Euro.

Skonto hilft Kunden und Lieferanten

Darüber freut sich Ihr Kunde. Doch was springt für Sie als Lieferant dabei heraus? Grundsätzlich bedeutet der Abschlag eine geringere Einnahme zu Ihren Lasten. Trotzdem kann es von Vorteil sein, wenn Sie Skonto berechnen. Und zwar aus folgenden Gründen:

  • Sie kommen überpünktlich an Ihr Geld. Das sichert Ihrem Unternehmen Liquidität, falls Sie gerade knapp bei Kasse sind.
  • Das Risiko des Zahlungsausfalls ist nach wenigen Tagen gebannt.
  • Ihr bürokratischer Aufwand sinkt. Wenn der Schuldner schnell zahlt, sparen Sie sich Arbeitszeit für Zahlungserinnerungen oder Mahnungen.
  • Kleine Preisnachlässe stärken die Geschäftsbeziehung. Skonto berechnen ist gut für die Kundenbindung.

Allerdings muss der Preisnachlass für Sie wirtschaftlich vertretbar und in Ihrer Preiskalkulation enthalten sein. Andernfalls ist es für Ihr Unternehmen finanziell riskant, wenn Sie Skonto berechnen.

Gerade Barzahler sind als Kunden sehr interessant. Denn niemand begleicht Rechnungen schneller – nämlich sofort. Das macht sie zu perfekten Geschäftspartnern, weil sich für Sie als Lieferant das Zahlungsausfallrisiko auf null reduziert. Darum ist es sinnvoll, wenn Sie auch Barzahlern Rabatt beziehungsweise Skonto gewähren.

Skonto berechnen: Für Schuldner nicht immer der günstigste Weg

Rollentausch: Sind Sie der Schuldner, dann liegen die Vorteile einer Skontovereinbarung auf der Hand. Durch den Preisnachlass reduzieren sich Ihre Kosten. Das bedeutet einen höheren Gewinn. Oder Sie geben den Kostenvorteil ganz oder teilweise an Ihre Kunden weiter und stärken so Ihre Position im Wettbewerb.

Doch ganz so einfach ist es nicht immer: Meist ist es zwar auf den ersten Blick sehr verlockend, Skonto zu ziehen und auf das Angebot des Lieferanten einzugehen. Zuvor sollten Sie aber prüfen, ob es wirklich sinnvoll ist, schnell zu zahlen und den Preisnachlass mitzunehmen.

Oberstes Gebot: Die Skontierung darf Ihre Liquidität nicht gefährden. Und Sie müssen zwei weitere grundsätzliche Dinge beachten:

  • Bezahlen Sie die Rechnung auf Pump, dann muss die Ersparnis durch den Skontoabzug größer sein als Ihre Zinsaufwendungen für den Kontokorrentkredit.
  • Bezahlen Sie die Rechnung mit Guthaben, muss der Preisnachlass durch den Skonto mehr abwerfen als Ihr Guthaben an Zinsen.

Hier lohnt es sich, Skonto zu ziehen ...

Beispiel: Sie erhalten eine Rechnung über 50.000 Euro brutto. Für die Zahlung räumt Ihnen Ihr Geschäftspartner einen Lieferantenkredit von 30 Tagen ein. Das bedeutet, die Rechnung wird erst in 30 Tagen fällig. Bis dahin fallen für Sie keinerlei Kosten wie Zinsen oder Mahngebühren an.

Gleichzeitig bietet Ihnen der Lieferant drei Prozent Skonto für den Fall, dass Sie binnen zehn Tagen zahlen, also 20 Tage vor dem Zahlungsziel. Macht für Sie 1.500 Euro Preisnachlass – und einen auf 48.500 Euro geschrumpften Zahlbetrag.

Zahlen Sie auf Pump, also per Kontokorrentkredit, so müssen Sie die Sollzinsen für 20 Tage mit dem Preisnachlass verrechnen. Bei einem Kreditzins von 12,5 Prozent pro Jahr werden für 48.500 Euro in 20 Tagen 337 Euro Sollzinsen fällig. Verrechnen Sie diese Summe mit Ihren 1.500 Euro Preisnachlass, haben Sie unterm Strich 1.163 Euro gespart.

Zahlen Sie mit vorhandenen Barmitteln, entgehen Ihnen mit der Zahlung Guthabenzinsen. Bei einem Guthabenzins von zwei Prozent wären das innerhalb von 20 Tagen knapp 54 Euro. Bleibt ein Skontovorteil von 1.446 Euro.

Lieferantenkredit schlägt Skonto

Doch Skontieren bringt nicht immer Vorteile. Beispiel: Ein Dienstleister stellt Ihnen 1.000 Euro mit einem Zahlungsziel von 60 Tagen in Rechnung. Begleichen Sie die Forderung binnen fünf Tagen, winkt ein Prozent Skonto. Ihre Ersparnis als Schnellzahler beträgt zehn Euro.

Nutzen Sie für die Zahlung Ihren Kontokorrentkredit, kostet Sie dies bei 12,5 Prozent Zinsen 21 Euro. Folglich nutzen Sie besser den Lieferantenkredit aus und skontieren nicht. Ansonsten zahlen Sie drauf, wenn auch in diesem Beispiel nur elf Euro. Bei größeren Rechnungssummen wird ein Fehler beim Skonto natürlich deutlich schmerzhafter für Sie. Darum berechnen Sie Skonto immer!

Die beiden Beispiele zeigen, dass sich Skonto für den Schuldner tendenziell lohnt, wenn...

  • ... der Skontosatz hoch ist.
  • ... nur wenige Tage zwischen Ablauf der Skontofrist und dem Zahlungsziel liegen.
  • ... der Zinssatz für den Kontokorrentkredit bei Zahlung mit Fremdmitteln hoch ist.
  • ... der Guthabenzins bei Zahlung aus Barmitteln niedrig ist.

Fazit: Wenn Sie Skonto berechnen, dann werden Sie feststellen, dass es sich meist lohnt, Rechnungen innerhalb der Skontofrist zu begleichen. In der Regel ist es sogar günstiger, dafür die Kreditlinie der Hausbank in Anspruch zu nehmen, als den Lieferantenkredit bis zum Zahlungsziel auszureizen. Wer Rechnungen trotz Skontovereinbarung auf den letzten Drücker begleicht, zahlt fast immer drauf.

Weiterführende Links:

  • Diese Zusammenstellung von Formeln hilft Ihnen bei der Beurteilung, ob es vorteilhaft für Sie ist, Skonto zu ziehen.
  • Welche Auswirkungen der Skonto auf die Berechnung der Umsatzsteuer hat, lesen Sie im "Gründerlexikon".
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