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Scheinselbständigkeit vermeiden: Darauf kommt es an

Scheinselbständigkeit kann Auftraggebern und Auftragnehmern teuer zu stehen kommen. Wie können Sie also Scheinselbständigkeit vermeiden? Mittelstand Die Macher erklärt, wie Sie gute Rahmenbedingungen vor der Prüfung des Sozialversicherungsträgers schaffen.
Scheinselbständigkeit vermeiden: Darauf kommt es an Obacht! Wer Scheinselbständigkeit vermeiden will, der sollte einen hieb- und stichfesten Dienstvertrag abschließen. (© 2016 Kritchanut/Shutterstock)

Vor der Prüfung Rahmenbedingungen ausgestalten

Wenn zwischen selbständiger Tätigkeit und fester Beschäftigung kaum noch Unterschiede feststellbar sind, dann liegt der Verdacht auf eine Scheinselbständigkeit nahe. Bekommt die Clearingstelle der Rentenversicherung – sie überprüft die Selbständigkeit von Auftragnehmern – davon Wind, kann das weitgehende Folgen haben, wie zum Beispiel die Nachzahlung nicht geleisteter Sozialversicherungsbeiträge. Weitere Konsequenzen sowie Kriterien anhand derer eine echte Selbständigkeit überprüft wird, lesen Sie in unserem Beitrag "Scheinselbständigkeit: Kriterien und Folgen". Damit kein Zweifel an einem korrekten Tätigkeitsverhältnis aufkommt, sollten Sie am besten bereits vor der Prüfung durch die Clearingstelle bestimmte Vorkehrungen treffen.

Wie Auftraggeber Scheinselbständigkeit vermeiden: Vertrag clever ausgestalten

Nehmen Sie den Vertrag zwischen Ihnen und dem Auftragnehmer noch einmal zur Hand. Darin enthaltene Formulierungen können nämlich zu falschen Annahmen führen. So sollte der Vertrag in jedem Fall mit Dienstvertrag und nicht mit Arbeitsvertrag betitelt sein. Letzter Terminus lässt nämlich auf ein Arbeitsverhältnis mit einem festen Beschäftigten schließen.

Wer Scheinselbständigkeit vermeiden möchte, sollte darüber hinaus bestimmte Punkte vertraglich festhalten. Dazu gehören laut "bwr-media":

  • Angaben zu gesetzlichen Abgaben. Halten Sie im Dienstvertrag fest, dass allein Ihr freier Mitarbeiter für die Abführung von Steuern und Co. verantwortlich ist.
  • Angaben zum Honorar. Wie viel verdient der Auftragnehmer für seine Leistungen?
  • Angaben zur Tätigkeit. Welche Aufgaben erledigt er?

Der Vertrag sollte also nicht bloß eine rahmenartige Beschreibung sein. Fehlen darin konkrete Angaben zu Zeit und Ort der Tätigkeit, dann könnte dies auf ein Weisungsrecht des Auftraggebers gegenüber dem freien Mitarbeiter hindeuten.

Außerdem sollte im Dienstvertrag sicherheitshalber stehen, dass der freie Mitarbeiter Aufträge ablehnen und für andere Kunden tätig sein kann. Weiterer Tipp, um Scheinselbständigkeit zu vermeiden: Vereinbaren Sie, dass der Auftragnehmer zur Erledigung seines Jobs gegebenenfalls Hilfskräfte einsetzen darf. Das ist normalen Arbeitnehmern verwehrt.

Inanspruchnahme begrenzen

Klar, wenn Sie die Dienste eines freien Mitarbeiter dauerhaft 40 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen, dann besteht kaum ein Unterschied zu einem abhängig Beschäftigten in Ihrer Firma –, außer dass der Freelancer keine Arbeitnehmerrechte besitzt und Sie Steuern sparen. Aus der Dauer des Arbeitsverhältnisses kann also Gefahr hervorgehen. Deshalb: Beschränken Sie die Inanspruchnahme! Wenn der Freie nicht mehr als 50 Prozent seiner Arbeitszeit für Ihre Firma aufwendet, sind Sie auf der sicheren Seite.

Wie tritt der Selbständige offiziell auf?

Wählen Sie freie Mitarbeiter mit Bedacht. Ein gutes Indiz für einen echten Selbständigen ist seine öffentliche Präsenz. Verfügt er über ein angemeldetes Unternehmen mit eigenem Büro? Weitere Merkmale, die auf eine Selbständigkeit schließen lassen, sind eine eigene Homepage mit Gewerbeanmeldung, eigenes Briefpapier, Werbung sowie ein Eintrag in den Gelben Seiten.

Weiterführende Links:

  • Worauf müssen freie Mitarbeiter achten, wenn Sie Scheinselbständigkeit vermeiden wollen? Nachzulesen bei "akademie.de".
  • Weitere Informationen rund um das Thema Scheinselbständigkeit erhalten Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.
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Scheinselbständigkeit kann Auftraggebern und Auftragnehmern teuer zu stehen kommen. Wie können Sie also Scheinselbständigkeit vermeiden? Mittelstand Die Macher erklärt, wie Sie gute Rahmenbedingungen vor der Prüfung des Sozialversicherungsträgers schaffen.
Scheinselbständigkeit vermeiden: Darauf kommt es an Obacht! Wer Scheinselbständigkeit vermeiden will, der sollte einen hieb- und stichfesten Dienstvertrag abschließen. (© 2016 Kritchanut/Shutterstock)

Vor der Prüfung Rahmenbedingungen ausgestalten

Wenn zwischen selbständiger Tätigkeit und fester Beschäftigung kaum noch Unterschiede feststellbar sind, dann liegt der Verdacht auf eine Scheinselbständigkeit nahe. Bekommt die Clearingstelle der Rentenversicherung – sie überprüft die Selbständigkeit von Auftragnehmern – davon Wind, kann das weitgehende Folgen haben, wie zum Beispiel die Nachzahlung nicht geleisteter Sozialversicherungsbeiträge. Weitere Konsequenzen sowie Kriterien anhand derer eine echte Selbständigkeit überprüft wird, lesen Sie in unserem Beitrag "Scheinselbständigkeit: Kriterien und Folgen". Damit kein Zweifel an einem korrekten Tätigkeitsverhältnis aufkommt, sollten Sie am besten bereits vor der Prüfung durch die Clearingstelle bestimmte Vorkehrungen treffen.

Wie Auftraggeber Scheinselbständigkeit vermeiden: Vertrag clever ausgestalten

Nehmen Sie den Vertrag zwischen Ihnen und dem Auftragnehmer noch einmal zur Hand. Darin enthaltene Formulierungen können nämlich zu falschen Annahmen führen. So sollte der Vertrag in jedem Fall mit Dienstvertrag und nicht mit Arbeitsvertrag betitelt sein. Letzter Terminus lässt nämlich auf ein Arbeitsverhältnis mit einem festen Beschäftigten schließen.

Wer Scheinselbständigkeit vermeiden möchte, sollte darüber hinaus bestimmte Punkte vertraglich festhalten. Dazu gehören laut "bwr-media":

  • Angaben zu gesetzlichen Abgaben. Halten Sie im Dienstvertrag fest, dass allein Ihr freier Mitarbeiter für die Abführung von Steuern und Co. verantwortlich ist.
  • Angaben zum Honorar. Wie viel verdient der Auftragnehmer für seine Leistungen?
  • Angaben zur Tätigkeit. Welche Aufgaben erledigt er?

Der Vertrag sollte also nicht bloß eine rahmenartige Beschreibung sein. Fehlen darin konkrete Angaben zu Zeit und Ort der Tätigkeit, dann könnte dies auf ein Weisungsrecht des Auftraggebers gegenüber dem freien Mitarbeiter hindeuten.

Außerdem sollte im Dienstvertrag sicherheitshalber stehen, dass der freie Mitarbeiter Aufträge ablehnen und für andere Kunden tätig sein kann. Weiterer Tipp, um Scheinselbständigkeit zu vermeiden: Vereinbaren Sie, dass der Auftragnehmer zur Erledigung seines Jobs gegebenenfalls Hilfskräfte einsetzen darf. Das ist normalen Arbeitnehmern verwehrt.

Inanspruchnahme begrenzen

Klar, wenn Sie die Dienste eines freien Mitarbeiter dauerhaft 40 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen, dann besteht kaum ein Unterschied zu einem abhängig Beschäftigten in Ihrer Firma –, außer dass der Freelancer keine Arbeitnehmerrechte besitzt und Sie Steuern sparen. Aus der Dauer des Arbeitsverhältnisses kann also Gefahr hervorgehen. Deshalb: Beschränken Sie die Inanspruchnahme! Wenn der Freie nicht mehr als 50 Prozent seiner Arbeitszeit für Ihre Firma aufwendet, sind Sie auf der sicheren Seite.

Wie tritt der Selbständige offiziell auf?

Wählen Sie freie Mitarbeiter mit Bedacht. Ein gutes Indiz für einen echten Selbständigen ist seine öffentliche Präsenz. Verfügt er über ein angemeldetes Unternehmen mit eigenem Büro? Weitere Merkmale, die auf eine Selbständigkeit schließen lassen, sind eine eigene Homepage mit Gewerbeanmeldung, eigenes Briefpapier, Werbung sowie ein Eintrag in den Gelben Seiten.

Weiterführende Links:

  • Worauf müssen freie Mitarbeiter achten, wenn Sie Scheinselbständigkeit vermeiden wollen? Nachzulesen bei "akademie.de".
  • Weitere Informationen rund um das Thema Scheinselbständigkeit erhalten Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.
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