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Steuersoftware oder Steuerberater? Vorteile und Nachteile

Eine Steuererklärung auf Knopfdruck gibt es noch nicht. Aber hilfreiche Dienste versprechen Steuersoftware oder Steuerberater. Ein Vergleich der jeweiligen Vorteile und Nachteile zeigt: Es kommt auf Kosten, Komfort und die eigenen Kenntnisse an.
Steuersoftware oder Steuerberater? Vorteile und Nachteile Steuersoftware oder Steuerberater? Die Antwort hängt vom eigenen Vorwissen und den Kosten ab. (© 2016 Pelykh Konstantin)

Elster: Die Vorteile

Als Arbeitgeber und Unternehmer sind Sie verpflichtet, unter anderem Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Lohnsteuer-Anmeldungen und Lohnsteuerbescheinigungen sowie Einkommenssteuererklärungen und Umsatzsteuererklärungen elektronisch an das Finanzamt zu senden. Mehr Details dazu finden Sie in einem offiziellen Flyer.

Zur Abwicklung der Steuererklärungen und anderen bürokratischen Vorgängen hat die Behörde ein eigenes Dienstleistungsportal aufgezogen. Elster beziehungsweise ElsterOnline heißt dieser direkte digitale Draht zum Fiskus. Der Name leitet sich ab vom Begriff 'elektronische Steuererklärung'. Damit das Verfahren funktioniert, müssen Sie sich online registrieren und authentifizieren.  Einmal erledigt, brauchen Sie sich künftig nur noch einzuloggen. Zu den Vorteilen von Elster zählt:

  • Die staatliche Steuersoftware arbeitet über Schnittstellen mit zahlreichen Programmen in Ihrem Unternehmen zusammen. Eine Liste mit den unterstützten Lösungen stellt das Finanzamt online bereit.
  • Die elektronische Datenübermittlung an das Finanzamt erfolgt mit den jeweiligen Unterlagen zentral über das Steuerprogramm ElsterFormular.
  • Die Software übernimmt Angaben aus der Steuererklärung vom Vorjahr und fügt sie jeweils in die aktuellen Unterlagen ein.
  • Dank Plausibilitätsprüfungen schlägt das Programm bei offenkundig falschen Eingaben Alarm. Das vermindert die Anzahl möglicher Rückfragen seitens der Finanzbeamten.
  • Lediglich gesetzlich vorgeschriebene Belege sind einzureichen.
  • Vorabberechnung der möglichen Steuerentlastung.
  • Verschlüsselte Übermittlung der Daten.
  • Vergleichsweise zügige Bearbeitung.
  • Die Steuersoftware ist kostenlos.

Elster: Die Nachteile

Zweifellos spart die staatliche Steuersoftware eine Menge Zeit, weil sie sich mit vielen anderen Programmen Ihres Unternehmens verzahnen lässt. Andererseits verlangt sie von Ihnen ein gewisses Maß an steuerrechtlichen Vorkenntnissen, denn Tipps zu Sparmöglichkeiten und sonstige Beratung gibt sie nicht. Weitere Nachteile der Steuersoftware von Vater Staat:

  • Sie sind für die Richtigkeit der Angaben selbst verantwortlich. Das heißt, die Haftung bei Fehlern liegt allein bei Ihnen.
  • Trotz stetiger Weiterentwicklung bietet das Programm keine intuitive Benutzeroberfläche. Das macht seine Bedienung vergleichsweise unkomfortabel.
  • Der Registrierungs- und Authentifizierungsprozess ist umständlich.

Steuersoftware: Die Vorteile

Neben Elster gibt es auch eine ganze Reihe kommerzieller Steuersoftware, mit der sich online arbeiten lässt. Das heißt, Sie müssen die Programme nicht auf Ihrem Rechner installieren. Und weil sie über den Internet-Browser bedient werden, sind sie unabhängig vom jeweiligen Betriebssystem. Zu den weiteren Vorteilen zählen:

  • Die Preise für eine komplette Steuersoftware für Geschäftsleute und Gewerbetreibende sind relativ günstig (um 35 Euro).
  • Sie sparen Zeit, weil sie unter anderem Daten aus der Steuererklärung des Vorjahres  (zum Beispiel Adresse, Berufliche Steuernummer) übernehmen und diese automatisch in die Online-Formulare einfügen.
  • Die Programme weisen selbsttätig auf Steuersparmöglichkeiten hin.
  • Sogenannte anerkannte Programme sind für die staatliche Elster-Plattform autorisiert und leiten darüber die Steuererklärung direkt an das zuständige Finanzamt weiter. Zu diesem Kreis gehören unter anderem Tax, das Wiso Steuersparbuch und Steuereasy.
  • Zumeist komfortable und intuitive Bedienung.
  • Nutzerführung durch einen digitalen Assistenten.
  • Vorabberechnung der möglichen Steuererstattung.
  • Oft gibt es kostenlose Testversionen.

Steuersoftware: Die Nachteile

Je größer Ihr Unternehmen ist, desto umfangreicher fällt auch der Aufwand für Ihre Steuererklärung aus. Dann kann sogar die Arbeit mit einer smarten Steuersoftware zum Gedulds- oder Glücksspiel werden, denn ganz ohne Vorkenntnisse seitens des Nutzers finden auch diese Programme womöglich nicht jede Steuersparmöglichkeit. Zu den Nachteilen gehört auch:

  • Jedes Jahr müssen Sie eine aktualisierte Steuersoftware kaufen. Andernfalls ist Ihre Steuererklärung hinsichtlich geltender Regeln nicht auf dem neuesten Stand, und Sie könnten so Geld verlieren oder unabsichtlich falsche Angaben machen.
  • Die Haftung für die Richtigkeit Ihrer Steuererklärung liegt allein bei Ihnen.
  • Eventuelle Eingabefehler gehen damit zu Ihren Lasten.
  • Sie müssen sich in regelmäßigen Abständen in die Steuersoftware einloggen. Andernfalls wird Ihr Account wegen Inaktivität gelöscht und alle Ihre bis dahin eingetragenen Daten gehen verloren.

Steuerberater: Die Vorteile

Sind Ihnen Steuerprogramme jedweder Art zu kompliziert oder suchen Sie lieber einen menschlichen Ansprechpartner in fiskalischen Angelegenheiten, dann kommt ein Steuerberater für Sie infrage. Seine Vorteile sind:

  • Sie brauchen keine eigenen steuerrechtlichen Kenntnisse.
  • Die Haftung übernimmt der Steuerberater.
  • Er ist kreativ und kennt Kniffe, die eine Steuersoftware nicht drauf hat.
  • Für Sie entfällt die regelmäßige Aktualisierung von Programmen.
  • Ein Steuerberater Ihres Vertrauens kann auch andere Aufgaben (Anträge auf Fördermittel, Liquiditätsplanung und so weiter) für Ihr Unternehmen erledigen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind für Ihre individuellen Steuererklärungen von Vorteil.
  • Der Steuerberater übernimmt für Sie die Kommunikation mit dem Finanzamt.

Steuerberater: Die Nachteile

Den vielen Vorteilen der Steuerberater steht vor allem ein entscheidender Nachteil gegenüber: die Kosten. Die Spezialisten lassen sich ihre Dienste nämlich gut bezahlen. Deshalb lohnen sie sich nur, wenn ihr Honorar nicht die Höhe der Steuerrückzahlung übersteigt. Einen Anhaltspunkt für die anfallenden Kosten gibt die Steuerberatergebührenordnung (StBVV). Sie regelt in einem gewissen Rahmen die Höhe und Angemessenheit der Vergütung. Das allerdings nur auf einer verhältnismäßigen Basis. Welches Entgelt darauf aufbauend tatsächlich für einen Steuerberater entsteht, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Aufwand
  • Marktumfeld
  • Angebot und Nachfrage
  • Gegenstandswert

Grundsätzlich gilt: Je einfacher eine Steuererklärung ist, desto günstiger wird sie für den Auftraggeber. Mehr zu den Gebühren und ihrer Berechnung finden Sie bei "financescout24".

Fassen wir zusammen: Das amtliche Programm Elster punktet mit kostenlosem Service und direktem Draht zum Finanzamt. Allerdings ist es vergleichsweise spartanisch und unkomfortabel ausgestattet und verlangt vom Anwender steuerliches Vorwissen. Andere Steuersoftware hingegen gibt Tipps zu Steuersparmöglichkeiten, ist intuitiv zu bedienen und lässt sich zumeist gratis testen. Doch muss sie regelmäßig aktiviert und aktualisiert werden. Wichtig: Wie bei Elster ist allein der Anwender für die Steuererklärung haftbar. Ein Steuerberater hingegen nimmt das rechtliche Risiko auf seine Kappe und kennt sich im Zweifel besser im Dschungel des deutschen Steuerrechts aus als jedes Programm. Aber er ist auch deutlich teurer als die elektronischen Helfer.

Dennoch sollten schon Gründer und Kleingewerbetreibende die Dienste des Spezialisten in Erwägung ziehen. Das treibt zwar die Kosten für die Steuererklärung in die Höhe, doch dafür spart man Zeit und Nerven und weiß sich auf der sicheren Seite.

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Steuersoftware oder Steuerberater? Vorteile und Nachteile

Eine Steuererklärung auf Knopfdruck gibt es noch nicht. Aber hilfreiche Dienste versprechen Steuersoftware oder Steuerberater. Ein Vergleich der jeweiligen Vorteile und Nachteile zeigt: Es kommt auf Kosten, Komfort und die eigenen Kenntnisse an.
Steuersoftware oder Steuerberater? Vorteile und Nachteile Steuersoftware oder Steuerberater? Die Antwort hängt vom eigenen Vorwissen und den Kosten ab. (© 2016 Pelykh Konstantin)

Elster: Die Vorteile

Als Arbeitgeber und Unternehmer sind Sie verpflichtet, unter anderem Umsatzsteuer-Voranmeldungen, Lohnsteuer-Anmeldungen und Lohnsteuerbescheinigungen sowie Einkommenssteuererklärungen und Umsatzsteuererklärungen elektronisch an das Finanzamt zu senden. Mehr Details dazu finden Sie in einem offiziellen Flyer.

Zur Abwicklung der Steuererklärungen und anderen bürokratischen Vorgängen hat die Behörde ein eigenes Dienstleistungsportal aufgezogen. Elster beziehungsweise ElsterOnline heißt dieser direkte digitale Draht zum Fiskus. Der Name leitet sich ab vom Begriff 'elektronische Steuererklärung'. Damit das Verfahren funktioniert, müssen Sie sich online registrieren und authentifizieren.  Einmal erledigt, brauchen Sie sich künftig nur noch einzuloggen. Zu den Vorteilen von Elster zählt:

  • Die staatliche Steuersoftware arbeitet über Schnittstellen mit zahlreichen Programmen in Ihrem Unternehmen zusammen. Eine Liste mit den unterstützten Lösungen stellt das Finanzamt online bereit.
  • Die elektronische Datenübermittlung an das Finanzamt erfolgt mit den jeweiligen Unterlagen zentral über das Steuerprogramm ElsterFormular.
  • Die Software übernimmt Angaben aus der Steuererklärung vom Vorjahr und fügt sie jeweils in die aktuellen Unterlagen ein.
  • Dank Plausibilitätsprüfungen schlägt das Programm bei offenkundig falschen Eingaben Alarm. Das vermindert die Anzahl möglicher Rückfragen seitens der Finanzbeamten.
  • Lediglich gesetzlich vorgeschriebene Belege sind einzureichen.
  • Vorabberechnung der möglichen Steuerentlastung.
  • Verschlüsselte Übermittlung der Daten.
  • Vergleichsweise zügige Bearbeitung.
  • Die Steuersoftware ist kostenlos.

Elster: Die Nachteile

Zweifellos spart die staatliche Steuersoftware eine Menge Zeit, weil sie sich mit vielen anderen Programmen Ihres Unternehmens verzahnen lässt. Andererseits verlangt sie von Ihnen ein gewisses Maß an steuerrechtlichen Vorkenntnissen, denn Tipps zu Sparmöglichkeiten und sonstige Beratung gibt sie nicht. Weitere Nachteile der Steuersoftware von Vater Staat:

  • Sie sind für die Richtigkeit der Angaben selbst verantwortlich. Das heißt, die Haftung bei Fehlern liegt allein bei Ihnen.
  • Trotz stetiger Weiterentwicklung bietet das Programm keine intuitive Benutzeroberfläche. Das macht seine Bedienung vergleichsweise unkomfortabel.
  • Der Registrierungs- und Authentifizierungsprozess ist umständlich.

Steuersoftware: Die Vorteile

Neben Elster gibt es auch eine ganze Reihe kommerzieller Steuersoftware, mit der sich online arbeiten lässt. Das heißt, Sie müssen die Programme nicht auf Ihrem Rechner installieren. Und weil sie über den Internet-Browser bedient werden, sind sie unabhängig vom jeweiligen Betriebssystem. Zu den weiteren Vorteilen zählen:

  • Die Preise für eine komplette Steuersoftware für Geschäftsleute und Gewerbetreibende sind relativ günstig (um 35 Euro).
  • Sie sparen Zeit, weil sie unter anderem Daten aus der Steuererklärung des Vorjahres  (zum Beispiel Adresse, Berufliche Steuernummer) übernehmen und diese automatisch in die Online-Formulare einfügen.
  • Die Programme weisen selbsttätig auf Steuersparmöglichkeiten hin.
  • Sogenannte anerkannte Programme sind für die staatliche Elster-Plattform autorisiert und leiten darüber die Steuererklärung direkt an das zuständige Finanzamt weiter. Zu diesem Kreis gehören unter anderem Tax, das Wiso Steuersparbuch und Steuereasy.
  • Zumeist komfortable und intuitive Bedienung.
  • Nutzerführung durch einen digitalen Assistenten.
  • Vorabberechnung der möglichen Steuererstattung.
  • Oft gibt es kostenlose Testversionen.

Steuersoftware: Die Nachteile

Je größer Ihr Unternehmen ist, desto umfangreicher fällt auch der Aufwand für Ihre Steuererklärung aus. Dann kann sogar die Arbeit mit einer smarten Steuersoftware zum Gedulds- oder Glücksspiel werden, denn ganz ohne Vorkenntnisse seitens des Nutzers finden auch diese Programme womöglich nicht jede Steuersparmöglichkeit. Zu den Nachteilen gehört auch:

  • Jedes Jahr müssen Sie eine aktualisierte Steuersoftware kaufen. Andernfalls ist Ihre Steuererklärung hinsichtlich geltender Regeln nicht auf dem neuesten Stand, und Sie könnten so Geld verlieren oder unabsichtlich falsche Angaben machen.
  • Die Haftung für die Richtigkeit Ihrer Steuererklärung liegt allein bei Ihnen.
  • Eventuelle Eingabefehler gehen damit zu Ihren Lasten.
  • Sie müssen sich in regelmäßigen Abständen in die Steuersoftware einloggen. Andernfalls wird Ihr Account wegen Inaktivität gelöscht und alle Ihre bis dahin eingetragenen Daten gehen verloren.

Steuerberater: Die Vorteile

Sind Ihnen Steuerprogramme jedweder Art zu kompliziert oder suchen Sie lieber einen menschlichen Ansprechpartner in fiskalischen Angelegenheiten, dann kommt ein Steuerberater für Sie infrage. Seine Vorteile sind:

  • Sie brauchen keine eigenen steuerrechtlichen Kenntnisse.
  • Die Haftung übernimmt der Steuerberater.
  • Er ist kreativ und kennt Kniffe, die eine Steuersoftware nicht drauf hat.
  • Für Sie entfällt die regelmäßige Aktualisierung von Programmen.
  • Ein Steuerberater Ihres Vertrauens kann auch andere Aufgaben (Anträge auf Fördermittel, Liquiditätsplanung und so weiter) für Ihr Unternehmen erledigen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind für Ihre individuellen Steuererklärungen von Vorteil.
  • Der Steuerberater übernimmt für Sie die Kommunikation mit dem Finanzamt.

Steuerberater: Die Nachteile

Den vielen Vorteilen der Steuerberater steht vor allem ein entscheidender Nachteil gegenüber: die Kosten. Die Spezialisten lassen sich ihre Dienste nämlich gut bezahlen. Deshalb lohnen sie sich nur, wenn ihr Honorar nicht die Höhe der Steuerrückzahlung übersteigt. Einen Anhaltspunkt für die anfallenden Kosten gibt die Steuerberatergebührenordnung (StBVV). Sie regelt in einem gewissen Rahmen die Höhe und Angemessenheit der Vergütung. Das allerdings nur auf einer verhältnismäßigen Basis. Welches Entgelt darauf aufbauend tatsächlich für einen Steuerberater entsteht, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Aufwand
  • Marktumfeld
  • Angebot und Nachfrage
  • Gegenstandswert

Grundsätzlich gilt: Je einfacher eine Steuererklärung ist, desto günstiger wird sie für den Auftraggeber. Mehr zu den Gebühren und ihrer Berechnung finden Sie bei "financescout24".

Fassen wir zusammen: Das amtliche Programm Elster punktet mit kostenlosem Service und direktem Draht zum Finanzamt. Allerdings ist es vergleichsweise spartanisch und unkomfortabel ausgestattet und verlangt vom Anwender steuerliches Vorwissen. Andere Steuersoftware hingegen gibt Tipps zu Steuersparmöglichkeiten, ist intuitiv zu bedienen und lässt sich zumeist gratis testen. Doch muss sie regelmäßig aktiviert und aktualisiert werden. Wichtig: Wie bei Elster ist allein der Anwender für die Steuererklärung haftbar. Ein Steuerberater hingegen nimmt das rechtliche Risiko auf seine Kappe und kennt sich im Zweifel besser im Dschungel des deutschen Steuerrechts aus als jedes Programm. Aber er ist auch deutlich teurer als die elektronischen Helfer.

Dennoch sollten schon Gründer und Kleingewerbetreibende die Dienste des Spezialisten in Erwägung ziehen. Das treibt zwar die Kosten für die Steuererklärung in die Höhe, doch dafür spart man Zeit und Nerven und weiß sich auf der sicheren Seite.

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