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Tschüß Kleingeld! Kleve verzichtet auf Ein- und Zwei-Cents

Runden ist in! Zumindest in Kleve. Denn dort verzichten Einzelhändler auf die Rückgabe von Kleingeld – ganz nach dem Vorbild ihrer niederländischen Nachbarn. Den Verbrauchern gefällt's, der Bundesbank eher weniger.
Tschüß Kleingeld! Kleve verzichtet auf Ein- und Zwei-Cents Mit Kleingeld bezahlt man in Kleve häufig nur noch in Form von Fünfcent-Stücken. (© 2016 Northy Sona Sladeckova/Shutterstock)

Kleingeld: Ein Verlustgeschäft für Händler

Für ein Stück Käse 5,12 Euro bezahlen? In Kleve werden neuerdings 5,10 Euro daraus gemacht. Für das Ab- beziehungsweise Aufrunden hat sich der Händlerzusammenschluss Klever City Netzwerk stark gemacht. Er schrieb 800 Einzelhändler an und forderte dazu auf, auf die Rückgabe von Kleingeld – genauer gesagt Ein- und Zwei-Cent-Stücken – zu verzichten. Warum das Ganze? Klaus Fischer, Filialleiter von Alexander Herrenmoden erklärt in "Impulse":

"Die Idee kam, weil die Banken seit dem letzten Jahr für die Bereitstellung oder die Abnahme von Kleingeld Gebühren erheben."

Platzhirsche beteiligen sich nicht an der Aktion

Bisher beteiligen sich vor allem inhabergeführte Läden und kleine regionale Ketten an der Aktion. Namhafte Händler wie Douglas oder Aldi ziehen noch nicht mit. Kleves Bürger sehen das Engagement der Verkäufer weitestgehend positiv. Wer nicht mitmachen will, muss das auch nicht und kriegt weiterhin sein Rückgeld centgenau zurückgezahlt. Doch das scheint in der 50.000-Einwohner-Stadt eher die Ausnahme zu sein.

Gerd Derks, Inhaber von sechs Bäckereien in Deutschland und drei in Holland, sieht einen weiteren Vorteil im Verzicht auf das Kleingeld:

"Der Bezahlvorgang geht schneller. Wir sparen Gebühren und Kassendifferenzen sind kaum bemerkbar."

Diese Erfahrungen machte er bereits in den Niederlanden, wo das Auf- und Abrunden schon länger üblich ist. Bei der Deutschen Bundesbank kommt die Aktion weniger gut an. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele sagt etwa, dass die Deutschen bei vergangenen Befragungen überwiegend für das Kleingeld gestimmt hätten und sieht die Nähe zum rundenden Nachbarn als möglichen Grund für die Andersartigkeit der Klever.

"Wir folgen dem gesetzlichen Auftrag, wir sind für den baren und unbaren Zahlungsverkehr zuständig und auch Cent-Münzen sind offizielles Zahlungsmittel in Deutschland."

Runden: ja oder nein? Eine Frage, die sich dm-Mitarbeiter und Kunden nicht mehr stellen. Denn in der Drogeriekette wird einfach komplett auf krumme Preise verzichtet. So geht's auch ganz ohne Diskussionen.

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Tschüß Kleingeld! Kleve verzichtet auf Ein- und Zwei-Cents Mit Kleingeld bezahlt man in Kleve häufig nur noch in Form von Fünfcent-Stücken. (© 2016 Northy Sona Sladeckova/Shutterstock)

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"Die Idee kam, weil die Banken seit dem letzten Jahr für die Bereitstellung oder die Abnahme von Kleingeld Gebühren erheben."

Platzhirsche beteiligen sich nicht an der Aktion

Bisher beteiligen sich vor allem inhabergeführte Läden und kleine regionale Ketten an der Aktion. Namhafte Händler wie Douglas oder Aldi ziehen noch nicht mit. Kleves Bürger sehen das Engagement der Verkäufer weitestgehend positiv. Wer nicht mitmachen will, muss das auch nicht und kriegt weiterhin sein Rückgeld centgenau zurückgezahlt. Doch das scheint in der 50.000-Einwohner-Stadt eher die Ausnahme zu sein.

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"Der Bezahlvorgang geht schneller. Wir sparen Gebühren und Kassendifferenzen sind kaum bemerkbar."

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"Wir folgen dem gesetzlichen Auftrag, wir sind für den baren und unbaren Zahlungsverkehr zuständig und auch Cent-Münzen sind offizielles Zahlungsmittel in Deutschland."

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