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Umlaufvermögen: Diese Definition sollten Sie kennen

Rein und wieder raus: Das Umlaufvermögen verbleibt nur kurze Zeit im Unternehmen. Seine Definition ist recht einfach, seine Einordnung hängt oft von der Branche ab. Klar ist: Es gehört zu den Aktivposten in der Bilanz. Weitere Besonderheiten und die Abgrenzung zum Anlagevermögen erläutern wir Ihnen in diesem Ratgeber.
Umlaufvermögen: Diese Definition sollten Sie kennen Was Umlaufvermögen ist und was nicht, kommt oft auf die Branche an. (© 2016 kochmun/Shutterstock)

Umlaufvermögen als Abgrenzung zum Anlagevermögen

Das Umlaufvermögen ist am besten dann zu verstehen, wenn man es vom Anlagevermögen abgrenzt. In der Bilanz eines Unternehmens wird das Umlaufvermögen auf der Aktivseite unter dem Punkt B geführt, und zwar direkt unter beziehungsweise nach dem Anlagevermögen.

Seine Definition lässt sich leicht aus der Bezeichnung ableiten: Das Umlaufvermögen besteht aus Werten und Gegenständen, die dem Unternehmen in der Regel nur für kurze Zeit zur Verfügung stehen.

Damit ist auch der Gegensatz zum Anlagevermögen klar: Dieses steht dem Unternehmen langfristig zur Verfügung. Das Umlaufvermögen ist also gerade nicht dazu bestimmt, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen, sondern schlägt kurzfristig um.

Kurz und etwas vereinfacht zusammengefasst lautet die Definition von Umlaufvermögen und Anlagevermögen: Was im Unternehmen verbleibt, ist Anlagevermögen. Was das Unternehmen früher oder später im Rahmen des Geschäftsbetriebes verlässt, ist Umlaufvermögen.

Im Handelsgesetzbuch (HGB) gibt es keine gesonderte Definition von Umlaufvermögen. Rechtlich stellt es also eine Restgröße von allem dar, was nicht Anlagevermögen ist. Dessen ungeachtet ist das Umlaufvermögen nach § 266 Abs. 2B HGB in der Bilanz in vier Kategorien zu gliedern:

  • Vorräte
  • Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
  • Wertpapiere
  • Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

Beispiele für Umlaufvermögen

Die Beispiele für Umlaufvermögen sind sehr vielfältig und abhängig von Branche, Bereich und Geschäftsmodell. Umlaufvermögen, das in den meisten Unternehmen vorkommt, kann bestehen aus:

  • Barbeständen
  • Schecks
  • hergestellten Produkten
  • Rohstoffen
  • Betriebsstoffen
  • Hilfsstoffen
  • Forderungen
  • geleisteten Anzahlungen

Um den Unterschied zum Anlagevermögen zu verdeutlichen, nennen wir Ihnen einige Beispiele für Vermögen, das in der Regel langfristig in einem Unternehmen gebunden ist:

  • Maschinen
  • Konzessionen
  • Geschäftsausstattung
  • langfristige Geldanlagen

Umlaufvermögen bewerten

Für Anlagevermögen gibt es vorgeschriebene Abschreibungsmethoden. Beim Umlaufvermögen gibt es keine planmäßige Abschreibung. Es darf nach § 253 Abs. 4 HGB maximal zu den Kosten der Herstellung beziehungsweise der Anschaffung bewertet werden. Falls der aktuelle Marktpreis unter dem Anschaffungs- respektive Herstellungspreis liegt, müssen Sie auf diesen Abschreibungen vornehmen.

Dabei gehen Sie nach dem Niederstwertprinzip vor. Das lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären: Sie haben zu einem bestimmten Zeitpunkt Wertpapiere zum Preis von 100 € gekauft. Am Bilanzstichtag liegt der Wert der Papiere bei 90 €. In die Bilanz tragen Sie den niedrigeren Wert ein, in diesem Fall also 90 €.

Umlaufvermögen oder Anlagevermögen?

So eindeutig die Definition von Umlaufvermögen und Anlagevermögen ist, so schwierig ist es manchmal in der Praxis zu bestimmen, wozu ein konkreter Vermögenswert gehört. Ein häufig genanntes Beispiel sind Gebäude. Diese stellen bei einem mittelständischen Zulieferer in der Regel Anlagevermögen dar. Bei einem Immobilienhändler sind Gebäude jedoch meist Teil des Umlaufvermögens.

Ein anderes Beispiel sind Forderungen eines Unternehmens. Diese gehören in der Regel zum Umlaufvermögen. Bei einem Autohaus können Forderungen aber – denken Sie an Leasingverträge – der langfristigen Unternehmensfinanzierung dienen und daher Teil des Anlagevermögens sein.

Für die Unterscheidung ist also der Zweck des Vermögens zu analysieren. So gehören Wertpapiere nur zum Umlaufvermögen, wenn sie zur Veräußerung oder als kurzfristige Liquiditätsreserve bestimmt sind. Kapitalmarktpapiere zur längerfristigen Anlage sind in der Bilanz als Anlagevermögen zu führen.

Umlaufvermögen nicht gleich Working Capital

Nicht gleichzusetzen mit Umlaufvermögen sollten Sie den englischsprachigen Fachbegriff „Working Capital“. Im Gegensatz zu Umlauf- und Anlagevermögen bezieht das Working Capital auch die Passivseite einer Bilanz mit ein. Um die Kennzahl „Working Capital“ zu erhalten, ziehen Sie vom Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten ab.

Das Umlaufvermögen wird im Englischen „Current Assets“ genannt. Zu den Current Assets gehören solche Vermögensgegenstände, welche innerhalb des normalen Geschäftszyklus in Geld umgewandelt, also verkauft oder verbraucht werden. Der Geschäftszyklus umfasst bekanntlich in der Regel ein Jahr, so dass nach dieser Definition zum Umlaufvermögen nur Positionen zählen, die weniger als ein Jahr im Unternehmen verbleiben.

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Rein und wieder raus: Das Umlaufvermögen verbleibt nur kurze Zeit im Unternehmen. Seine Definition ist recht einfach, seine Einordnung hängt oft von der Branche ab. Klar ist: Es gehört zu den Aktivposten in der Bilanz. Weitere Besonderheiten und die Abgrenzung zum Anlagevermögen erläutern wir Ihnen in diesem Ratgeber.
Umlaufvermögen: Diese Definition sollten Sie kennen Was Umlaufvermögen ist und was nicht, kommt oft auf die Branche an. (© 2016 kochmun/Shutterstock)

Umlaufvermögen als Abgrenzung zum Anlagevermögen

Das Umlaufvermögen ist am besten dann zu verstehen, wenn man es vom Anlagevermögen abgrenzt. In der Bilanz eines Unternehmens wird das Umlaufvermögen auf der Aktivseite unter dem Punkt B geführt, und zwar direkt unter beziehungsweise nach dem Anlagevermögen.

Seine Definition lässt sich leicht aus der Bezeichnung ableiten: Das Umlaufvermögen besteht aus Werten und Gegenständen, die dem Unternehmen in der Regel nur für kurze Zeit zur Verfügung stehen.

Damit ist auch der Gegensatz zum Anlagevermögen klar: Dieses steht dem Unternehmen langfristig zur Verfügung. Das Umlaufvermögen ist also gerade nicht dazu bestimmt, dauerhaft dem Geschäftsbetrieb zu dienen, sondern schlägt kurzfristig um.

Kurz und etwas vereinfacht zusammengefasst lautet die Definition von Umlaufvermögen und Anlagevermögen: Was im Unternehmen verbleibt, ist Anlagevermögen. Was das Unternehmen früher oder später im Rahmen des Geschäftsbetriebes verlässt, ist Umlaufvermögen.

Im Handelsgesetzbuch (HGB) gibt es keine gesonderte Definition von Umlaufvermögen. Rechtlich stellt es also eine Restgröße von allem dar, was nicht Anlagevermögen ist. Dessen ungeachtet ist das Umlaufvermögen nach § 266 Abs. 2B HGB in der Bilanz in vier Kategorien zu gliedern:

  • Vorräte
  • Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
  • Wertpapiere
  • Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks

Beispiele für Umlaufvermögen

Die Beispiele für Umlaufvermögen sind sehr vielfältig und abhängig von Branche, Bereich und Geschäftsmodell. Umlaufvermögen, das in den meisten Unternehmen vorkommt, kann bestehen aus:

  • Barbeständen
  • Schecks
  • hergestellten Produkten
  • Rohstoffen
  • Betriebsstoffen
  • Hilfsstoffen
  • Forderungen
  • geleisteten Anzahlungen

Um den Unterschied zum Anlagevermögen zu verdeutlichen, nennen wir Ihnen einige Beispiele für Vermögen, das in der Regel langfristig in einem Unternehmen gebunden ist:

  • Maschinen
  • Konzessionen
  • Geschäftsausstattung
  • langfristige Geldanlagen

Umlaufvermögen bewerten

Für Anlagevermögen gibt es vorgeschriebene Abschreibungsmethoden. Beim Umlaufvermögen gibt es keine planmäßige Abschreibung. Es darf nach § 253 Abs. 4 HGB maximal zu den Kosten der Herstellung beziehungsweise der Anschaffung bewertet werden. Falls der aktuelle Marktpreis unter dem Anschaffungs- respektive Herstellungspreis liegt, müssen Sie auf diesen Abschreibungen vornehmen.

Dabei gehen Sie nach dem Niederstwertprinzip vor. Das lässt sich am besten anhand eines Beispiels erklären: Sie haben zu einem bestimmten Zeitpunkt Wertpapiere zum Preis von 100 € gekauft. Am Bilanzstichtag liegt der Wert der Papiere bei 90 €. In die Bilanz tragen Sie den niedrigeren Wert ein, in diesem Fall also 90 €.

Umlaufvermögen oder Anlagevermögen?

So eindeutig die Definition von Umlaufvermögen und Anlagevermögen ist, so schwierig ist es manchmal in der Praxis zu bestimmen, wozu ein konkreter Vermögenswert gehört. Ein häufig genanntes Beispiel sind Gebäude. Diese stellen bei einem mittelständischen Zulieferer in der Regel Anlagevermögen dar. Bei einem Immobilienhändler sind Gebäude jedoch meist Teil des Umlaufvermögens.

Ein anderes Beispiel sind Forderungen eines Unternehmens. Diese gehören in der Regel zum Umlaufvermögen. Bei einem Autohaus können Forderungen aber – denken Sie an Leasingverträge – der langfristigen Unternehmensfinanzierung dienen und daher Teil des Anlagevermögens sein.

Für die Unterscheidung ist also der Zweck des Vermögens zu analysieren. So gehören Wertpapiere nur zum Umlaufvermögen, wenn sie zur Veräußerung oder als kurzfristige Liquiditätsreserve bestimmt sind. Kapitalmarktpapiere zur längerfristigen Anlage sind in der Bilanz als Anlagevermögen zu führen.

Umlaufvermögen nicht gleich Working Capital

Nicht gleichzusetzen mit Umlaufvermögen sollten Sie den englischsprachigen Fachbegriff „Working Capital“. Im Gegensatz zu Umlauf- und Anlagevermögen bezieht das Working Capital auch die Passivseite einer Bilanz mit ein. Um die Kennzahl „Working Capital“ zu erhalten, ziehen Sie vom Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten ab.

Das Umlaufvermögen wird im Englischen „Current Assets“ genannt. Zu den Current Assets gehören solche Vermögensgegenstände, welche innerhalb des normalen Geschäftszyklus in Geld umgewandelt, also verkauft oder verbraucht werden. Der Geschäftszyklus umfasst bekanntlich in der Regel ein Jahr, so dass nach dieser Definition zum Umlaufvermögen nur Positionen zählen, die weniger als ein Jahr im Unternehmen verbleiben.

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