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Unternehmenswert berechnen mittels Ertragswertverfahren

Wie viel ist Ihre Firma eigentlich wert? Mit dem Ertragswertverfahren können Sie den Unternehmenswert berechnen. Nützlich ist das zum Beispiel, wenn Sie Ihren Betrieb verkaufen wollen. Erfahren Sie die einzelnen Schritte des Verfahrens und ob es sich zur Bewertung Ihres Betriebs eignet.
Unternehmenswert berechnen mittels Ertragswertverfahren Bei kleinen und mittleren Unternehmen ist das Ertragswertverfahren beliebt, um den Unternehmenswert zu berechnen. (© 2016 StepanPopov/Shutterstock)

Unternehmenswert berechnen wegen Firmenverkauf

Es gibt verschiedene Situationen, die eine Unternehmensbewertung notwendig machen. Eine davon ist der Verkauf der Firma. Dabei werden Altinhaber und potenzieller Nachfolger vor eine große Herausforderung gestellt – schließlich gilt es für beide Parteien, einen zufriedenstellenden Kaufpreis zu ermitteln. Während der Noch-Chef den Wert seines selbstaufgebauten Betriebs oftmals überschätzt, versucht der potenzielle neue Besitzer den Preis herunterzuhandeln. Verschiedene Berechnungsverfahren sollen dabei helfen, sich auf einen Wert zu einigen.

Je nach angewandter Methode variieren die Resultate. Berücksichtigen Sie jedoch, dass die Berechnungsverfahren letztlich nur als Richtschnur bei der Verhandlung fungieren. Der Kaufpreis kann also immer vom ermittelten Unternehmenswert abweichen.

Wichtig außerdem: Da es keine allgemein verbindliche Methode gibt, wie Sie den Unternehmenswert berechnen sollten, ist die Mitwirkung eines Steuer- oder Unternehmensberaters anzuraten.

Berechnungsverfahren für kleine und mittlere Unternehmen

Je nach Gesellschaftsform der Firma kommen unterschiedliche Berechnungsverfahren zur Unternehmensbewertung infrage. Der Wert einer Aktiengesellschaft beispielsweise wird üblicherweise durch Multiplikation des Aktienkurses mit der Anzahl der Aktien ermittelt. Diese Methode können inhabergeführte kleine und mittelständische Unternehmen nicht anwenden. Laut der IHK Berlin eignen sich stattdessen folgende gängige Verfahren:

  • Substanzwertverfahren
  • Ertragswertverfahren
  • Discounted-Cash-Flow-Methode
  • Multiplikatormethode

Unternehmenswert berechnen mit dem Ertragswertverfahren: So geht's

Schritt 1: Ermittlung des zu erwartenden Gewinns

Möchten Sie den Unternehmenswert mittels Ertragswertverfahren berechnen, dann müssen Sie zunächst die Betriebsergebnisse der letzten drei Jahre, des gegenwärtigen Geschäftsjahres sowie die geplanten Zahlen der kommenden beiden Jahre heranziehen.

Ziehen Sie vom Betriebsergebnis der Vergangenheit außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge ab. Dazu gehört zum Beispiel das Geschäftsführergehalt oder das Gehalt von Familienangehörigen wie der Ehefrau des Chefs, die sich beispielsweise mit den Abrechnungen beschäftigt. Außerordentliche Aufwands- und Ertragsposten sind außerdem Versicherungsentschädigungen oder Sonderabschreibungen. Also Positionen, die nicht zum unmittelbaren Geschäft gehören. Der Durchschnitt der korrigierten sowie der geplanten Betriebsergebnisse ergibt den zukünftig zu erwartenden Gewinn. Wichtig: Ist der korrigierte Ausgangswert positiv, wird davon eine fiktive Steuerbelastung von 30 Prozent abgezogen, wie die IHK Hannover informiert.

Schritt 2: Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes

Als Nächstes muss der künftig zu erwartende Gewinn mit dem Kapitalisierungszinssatz abgezinst werden. Der Zinssatz legt jene Verzinsung fest, die der Gläubiger unter Beachtung alternativer Kapitalanlagen mit vergleichbarem Risiko vom Bewertungsobjekt erwartet. Er besteht normalerweise aus zwei Komponenten. Das ist zum einen ein Basiszinssatz, der die Verzinsung einer alternativen Kapitalanlage, etwa in sichere Staatsanleihen, darstellt. Und zum zweiten gehört ein Risikoaufschlag für das interne sowie externe Unternehmensrisiko dazu. Die Höhe des Kapitalisierungszinssatzes beeinflusst den zukünftigen Gewinn maßgeblich.

Um den Risikozins zu ermitteln, wird üblicherweise ein Vergleich zu einer alternativen Kapitalanlage am Aktienmarkt angestellt und die entsprechende Rendite errechnet. In der Regel liegen die Risikozuschläge zwischen fünf und 15 Prozent. Weitere Informationen sowie eine Beispielrechnung für die gesamten Schritte liefert die IHK Berlin.

Schritt 3: Ermittlung des endgültigen Ertragswerts

Den Unternehmenswert berechnen Sie nun, in dem Sie den zukünftig zu erwartenden Gewinn durch den Kapitalisierungszinssatz teilen.

Kritik am Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren ist insbesondere bei kleinen Unternehmen beliebt. Im Zentrum der Berechnung steht der Gewinn – abzüglich der betriebsbedingten Kosten und des Geschäftsführergehalts. Einen hundertprozentig exakten Unternehmenswert berechnen Sie mit dieser Methode zwar nicht. Aber es lassen sich damit immerhin Tendenzaussagen treffen. Unsicher bleibt dabei allerdings die Höhe,Und die Methode eignet sich  der in der Zukunft zu erzielenden Erträge. Wie viele Gewinne der Altinhaber gemacht hat, ist kein hinreichender Anhaltspunkt für den Erfolg des Neubesitzers, da sich die Wettbewerbsverhältnisse über die Zeit ändern können. Außerdem hängt der Gewinn von den individuellen unternehmerischen Fähigkeiten ab, die selbstverständlich von Inhaber zu Inhaber variieren können.

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Unternehmenswert berechnen mittels Ertragswertverfahren Bei kleinen und mittleren Unternehmen ist das Ertragswertverfahren beliebt, um den Unternehmenswert zu berechnen. (© 2016 StepanPopov/Shutterstock)

Unternehmenswert berechnen wegen Firmenverkauf

Es gibt verschiedene Situationen, die eine Unternehmensbewertung notwendig machen. Eine davon ist der Verkauf der Firma. Dabei werden Altinhaber und potenzieller Nachfolger vor eine große Herausforderung gestellt – schließlich gilt es für beide Parteien, einen zufriedenstellenden Kaufpreis zu ermitteln. Während der Noch-Chef den Wert seines selbstaufgebauten Betriebs oftmals überschätzt, versucht der potenzielle neue Besitzer den Preis herunterzuhandeln. Verschiedene Berechnungsverfahren sollen dabei helfen, sich auf einen Wert zu einigen.

Je nach angewandter Methode variieren die Resultate. Berücksichtigen Sie jedoch, dass die Berechnungsverfahren letztlich nur als Richtschnur bei der Verhandlung fungieren. Der Kaufpreis kann also immer vom ermittelten Unternehmenswert abweichen.

Wichtig außerdem: Da es keine allgemein verbindliche Methode gibt, wie Sie den Unternehmenswert berechnen sollten, ist die Mitwirkung eines Steuer- oder Unternehmensberaters anzuraten.

Berechnungsverfahren für kleine und mittlere Unternehmen

Je nach Gesellschaftsform der Firma kommen unterschiedliche Berechnungsverfahren zur Unternehmensbewertung infrage. Der Wert einer Aktiengesellschaft beispielsweise wird üblicherweise durch Multiplikation des Aktienkurses mit der Anzahl der Aktien ermittelt. Diese Methode können inhabergeführte kleine und mittelständische Unternehmen nicht anwenden. Laut der IHK Berlin eignen sich stattdessen folgende gängige Verfahren:

  • Substanzwertverfahren
  • Ertragswertverfahren
  • Discounted-Cash-Flow-Methode
  • Multiplikatormethode

Unternehmenswert berechnen mit dem Ertragswertverfahren: So geht's

Schritt 1: Ermittlung des zu erwartenden Gewinns

Möchten Sie den Unternehmenswert mittels Ertragswertverfahren berechnen, dann müssen Sie zunächst die Betriebsergebnisse der letzten drei Jahre, des gegenwärtigen Geschäftsjahres sowie die geplanten Zahlen der kommenden beiden Jahre heranziehen.

Ziehen Sie vom Betriebsergebnis der Vergangenheit außergewöhnliche Aufwendungen und Erträge ab. Dazu gehört zum Beispiel das Geschäftsführergehalt oder das Gehalt von Familienangehörigen wie der Ehefrau des Chefs, die sich beispielsweise mit den Abrechnungen beschäftigt. Außerordentliche Aufwands- und Ertragsposten sind außerdem Versicherungsentschädigungen oder Sonderabschreibungen. Also Positionen, die nicht zum unmittelbaren Geschäft gehören. Der Durchschnitt der korrigierten sowie der geplanten Betriebsergebnisse ergibt den zukünftig zu erwartenden Gewinn. Wichtig: Ist der korrigierte Ausgangswert positiv, wird davon eine fiktive Steuerbelastung von 30 Prozent abgezogen, wie die IHK Hannover informiert.

Schritt 2: Ermittlung des Kapitalisierungszinssatzes

Als Nächstes muss der künftig zu erwartende Gewinn mit dem Kapitalisierungszinssatz abgezinst werden. Der Zinssatz legt jene Verzinsung fest, die der Gläubiger unter Beachtung alternativer Kapitalanlagen mit vergleichbarem Risiko vom Bewertungsobjekt erwartet. Er besteht normalerweise aus zwei Komponenten. Das ist zum einen ein Basiszinssatz, der die Verzinsung einer alternativen Kapitalanlage, etwa in sichere Staatsanleihen, darstellt. Und zum zweiten gehört ein Risikoaufschlag für das interne sowie externe Unternehmensrisiko dazu. Die Höhe des Kapitalisierungszinssatzes beeinflusst den zukünftigen Gewinn maßgeblich.

Um den Risikozins zu ermitteln, wird üblicherweise ein Vergleich zu einer alternativen Kapitalanlage am Aktienmarkt angestellt und die entsprechende Rendite errechnet. In der Regel liegen die Risikozuschläge zwischen fünf und 15 Prozent. Weitere Informationen sowie eine Beispielrechnung für die gesamten Schritte liefert die IHK Berlin.

Schritt 3: Ermittlung des endgültigen Ertragswerts

Den Unternehmenswert berechnen Sie nun, in dem Sie den zukünftig zu erwartenden Gewinn durch den Kapitalisierungszinssatz teilen.

Kritik am Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren ist insbesondere bei kleinen Unternehmen beliebt. Im Zentrum der Berechnung steht der Gewinn – abzüglich der betriebsbedingten Kosten und des Geschäftsführergehalts. Einen hundertprozentig exakten Unternehmenswert berechnen Sie mit dieser Methode zwar nicht. Aber es lassen sich damit immerhin Tendenzaussagen treffen. Unsicher bleibt dabei allerdings die Höhe,Und die Methode eignet sich  der in der Zukunft zu erzielenden Erträge. Wie viele Gewinne der Altinhaber gemacht hat, ist kein hinreichender Anhaltspunkt für den Erfolg des Neubesitzers, da sich die Wettbewerbsverhältnisse über die Zeit ändern können. Außerdem hängt der Gewinn von den individuellen unternehmerischen Fähigkeiten ab, die selbstverständlich von Inhaber zu Inhaber variieren können.

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